Hamburg

Verwirrung um Anti-Merkel-Demo – Anmelder taucht nicht auf

400 Menschen folgten dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts. Sie zogen vom Gänsemarkt zum Hauptbahnhof – begleitet von drei Hundertschaften der Polizei

400 Menschen folgten dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts. Sie zogen vom Gänsemarkt zum Hauptbahnhof – begleitet von drei Hundertschaften der Polizei

Foto: Michael Arning

Der Protest war zunächst abgesagt worden, dann meldete sich ein neuer Veranstalter. Letztendlich kamen nur Gegendemonstranten.

Hamburg. Die Anti-Merkel-Demonstrationen in Hamburg sind womögich wirklich passé. Der digitale Auftritt der Protestler in den sozialen Netzwerken ließ die User am Wochenende wissen, dass das Organisationsteam "für die kommenden Wochen nicht zur Verfügung steht". Deshalb könne die geplante Demo am 7. Mai in Hamburg nicht stattfinden.

Doch nachdem der ursprüngliche Anmelder die jetzige und alle weiteren Anti-Merkel-Demonstrationen abgesagt hatte, meldete sich noch am Wochenende ein neuer Anmelder bei der Polizei, der für Montagabend 20 Uhr eine Anti-Merkel-Demo auf dem Heidi-Kabel-Platz am Hauptbahnhof abhalten möchte. Tatsächlich tauchte nach Abendblatt-Informationen nur ein Demonstrant auf, der Anmelder jedoch nicht. Somit war diese Sache gelaufen.

400 Menschen demonstrieren gegen Rechts

Dafür erschienen bereits um 17.30 Uhr etwa 400 Personen am Gänsemarkt, die dem Aufruf des Hamburger Bündnisses gegen Rechts gefolgt waren. Der Demonstrationszug zum Hauptbahnhof war bei der Polizei angemeldet worden. Die Hamburger Polizei erschien mit einem Großaufgebot. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich und war um 20.15 Uhr laut Lagedienst der Polizei beendet.

Seit Monaten versammelten sich am Dammtor-Bahnhof immer montags rund 200 bis 300 Gegner von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und deren Flüchtlingspolitik. Prominentester Redner war der Hamburger Publizist Matthias Matussek.

Gegen die Anti-Merkel-Demos formierte sich eine breite Bewegung. Mehr als 100 Initiativen, Organisationen und Verbände unterstützten eine neue Montagsdemonstration, und zwar gegen Rechts. Neben den Gewerkschaften, SPD, Grünen und Linken bekundete auch die evangelische Kirche ihre Solidarität. Unter starkem Beifall der Demonstranten sagte bei einer Demonstration gegen die Merkel-Gegner St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich: "Wir wollen den Vorgestrigen keinen Platz in der Stadt überlassen – weder Pegida noch Hooligans."