Hamburg

CDU kritisiert geringere Taktung der Metrobuslinie 5

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Jens Meyer-Wellmann
Ein Metrobus der Linie 5

Ein Metrobus der Linie 5

Foto: Marcelo Hernandez

In den Ferien hatte die Hochbahn die Frequenz verringert – ohne eine Nutzungsstatistik zu haben. Busse ab 16 Uhr am unpünktlichsten.

Hamburg.  Auf Europas meistgenutzter Busstrecke, der Metrobuslinie 5, hat die Hochbahn kürzlich die Taktung verringert – und sich damit nun die Kritik der CDU eingehandelt. Deren Bürgerschaftsabgeordneter Michael Westenberger kritisierte, dass der 5er in den Frühjahrsferien nicht mehr alle drei bis vier, sondern nur noch alle fünf Minuten gefahren ist.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Michael Westenberger begründet der Senat dies jetzt damit, dass die Frühjahrsferien auch „außerhalb der Vorlesungszeiten der Universität“ gelegen hätten – was zu geringerer Nachfrage führen. Auch die Frage des CDU-Politiker, wie stark sich denn die Nachfrage verringere, konnte der Senat allerdings keine erhellende Antwort geben. „Aufgrund einer zu geringen Datenbasis kann die Hochbahn hierzu keine belastbaren Angaben machen.“

„Auf der Linie 5 vertretbar, mehr Busse einzusetzen“

Westenberger findet es „nicht nachvollziehbar, dass es auf Europas größer Buslinie offenbar keine belastbaren Nutzungsstatistiken gibt und die Entscheidungen nach Bauchlage getroffen werden“. Zudem sei die Begründung mit den Vorlesungen schwer nachvollziehbar, da diese doch stets zu unterschiedliche Zeiten begönnen.

Der CDU-Politiker ärgert sich auch über Fälle, in denen 5er Busse so überfüllt seien, dass die Fahrer die Türen für neue Fahrgäste gar nicht mehr öffneten. „Es gibt eine Beförderungspflicht, das sollten alle Busfahrer wissen“, so Westenberger. Es dürfe nicht sein, dass als Ergebnis der Busbeschleunigung nun weniger Busse eingesetzt würden und die HVV-Kunden länger warten müssten. „Da auch nach allem Hokuspokus immer noch alle acht Minuten zwei Busse oder auch keiner kommt, ist es auf der Linie 5 durchaus vertretbar, dann doch mehr Busse einzusetzen“, so Westenberger. „Die Fahrgäste würden es danken.“

Zwischen 18 und 19 Uhr nur 78,3 Prozent der Busse pünktlich

Die Senatsantwort zeigt auch, dass der 5er Bus vor allem in der abendlichen Hauptverkehrszeit Probleme mit der Pünktlichkeit hat. Eine Auswertung der 13. Kalenderwoche zeigt, dass die Busse ab 14 Uhr im Durchschnitt immer unpünktlicher werden. Zwischen 16 und 17 Uhr kommen nach der Statistik der Hochbahn nur noch 78,8 Prozent aller Busse pünktlich, zwischen 18 und 19 Uhr nur 78,3 Prozent – dies ist der schlechtestes Wert des Tages. Im morgendlichen Berufsverkehr dagegen liegt der Wert durchweg über 90, meist sogar über 95 Prozent. Als unpünktlich gilt in dieser Statistik allerdings erst eine Verspätung von fünf Minuten oder mehr.

Die Nutzungszahlen des Jahres 2017 zeige dabei einmal mehr, wie stark diese frühere Straßenbahnstrecke des Metrobusses 5 genutzt wird. An Wochentagen fuhren laut Senatsantwort durchschnittlich 62.000 Menschen mit dem 5er, an Wochenenden 30.000.

Der Senat betont in seiner Antwort auch noch einmal, dass die extralangen Doppelgelenkbusse schrittweise ausgemustert werden sollen. Diese seien angeschafft worden, weil vor der Busbeschleunigung auf der Linie „Taktdichten von unter fünf Minuten betrieblich nicht praktikabel“ gewesen seien. Dies sei nun anders. Bereits in einer früheren Anfrage hatte der Senat eingeräumt, dass „Doppelgelenkbusse tendenziell wartungsintensiver als Solo- oder Gelenkbusse“ seien und „im Vergleich zu anderen Bussen mehr Standtage aufweisen“.

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