Friedrich-Ebert-Damm

Polizei schießt Messer-Angreifer in Hamburg nieder

Mann bedroht Passanten in Wandsbek mit Fleischermesser. Polizei warnt, dann fallen Schüsse. Angreifer im Krankenhaus.

Hamburg. Die Hamburger Polizei hat am Freitagmorgen am Friedrich-Ebert-Damm in Wandsbek einen Mann niedergeschossen, der Passanten mit einem großen Fleischermesser bedroht hatte. Die Klinge hatte eine Länge von etwa 20 Zentimetern. Der 24 Jahre alte Angreifer aus Kamerun wurde mit einem Beinschuss in ein Krankenhaus gebracht.

Der Polizei war um 6.33 Uhr von Anwohnern ein bewaffneter Mann gemeldet worden, der auf der Straße Drohungen ausstieß, mit seinem Messer herumfuchtelte und Anstalten machte, Menschen tätlich anzugreifen. Als die Beamten mit mehreren Streifenwagen am Friedrich-Ebert-Damm in Höhe der Apotheke Stephanstraße eintrafen, forderten sie den Mann auf, das Messer niederzulegen.

Nach ersten Erkenntnissen leistete der Mann der Aufforderung jedoch nicht Folge und ging stattdessen in bedrohlicher Weise auf die Beamten zu. Da gab der erste Polizist einen Warnschuss ab. Aber auch das konnte den 24-Jährigen nicht davon überzeugen, die Waffe fallenzulassen. Als nach weiteren Wortwechseln keine erkennbare Reduzierung des Bedrohungspotenzials festzustellen war, entschieden sich die Beamten, die Szene mit einem gezielten Schuss ins Bein zu beenden.

Täter wurde versorgt und in die Klinik gebracht

In Begleitung eines Notarztes wurde das nicht lebensgefährlich verletzte Opfer in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizei gibt es "Hinweise auf eine psychische Auffälligkeit" des Angreifers. Dem werde jetzt nachgegangen. Weitere Menschen wurden nicht verletzt. Der Friedrich-Ebert-Damm wurde wegen des Einsatzes in Höhe Stephanstraße bis in den späten Vormittag hinein in beide Richtungen gesperrt.

Die Mordkommission sicherte die Spuren am Tatort. Die zum Teil auch auf der Straße liegenden Beweisstücke wurden mit gelben Kreisen versehen, für die spätere Aufnahme in die Akten nummeriert und fotografiert. Der Verkehr wurde via Holzmühlendamm und Am Stadtrand umgeleitet, es kam zu empfindlichen Staus und Behinderungen.

Wie vom Gesetz vorgeschrieben, wurde auch das Dezernat "Interne Ermittlungen" eingeschaltet. Denn die Beamten hatten von ihrer Schusswaffe Gebrauch gemacht. Bisher gibt es allerdings keine Anzeichen für irgendwelche Fehler im Einsatz.

Jungfernstieg-Attacke noch in den Köpfen

Der Fall erinnert an einen Zwischenfall am 1. Februar vergangenen Jahres. Ein Mann aus Ghana hatte eine Frau und dann einen Zivilpolizisten in der Nähe des Hauptbahnhofs mit einem Messer bedroht. Als der 33-Jährigen nicht auf Warnungen und Pfefferspray reagierte, schoss ihm der Beamte ins Bein. Das Amtsgericht St. Georg verurteilte den Ghanaer im Juli 2017 wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung und versuchter Nötigung zu einem Jahr Gefängnis.

Zudem hatten erst vergangene Woche zwei Messer-Attacken Hamburg erschüttert. Am Donnerstag hatte der 33 Jahre alte Lampedusa-Flüchtling Mourtala M. am Jungfernstieg seine ehemalige Partnerin Sandra P. (33) und die gemeinsame, ein Jahr alte Tochter erstochen. Tags darauf stach am Zentralen Omnibusbahnhof ein 21-Jähriger auf einen 29 Jahre alten Mann im Streit um zu laute Musik ein.