Hamburg

Weniger Abgase im Hafen: HHLA investiert eine Milliarde Euro

Ein Frachter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd (Archivbild)

Ein Frachter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd (Archivbild)

Foto: Imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Hamburger Hafen und Logistik AG wird erstmals Frachter während der Liegezeit im Hafen über sogenannte Powerpacs mit Strom versorgen.

Hamburg. Deutschlands größter Hafenkonzern, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), steigt in die alternative Energieversorgung von Containerschiffen im Hamburger Hafen ein. Das Unternehmen wird im Mai erstmals testweise Frachter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd während der Liegezeit im Hafen über externe sogenannte Powerpacs mit Strom versorgen. Das kündigte der Betriebs-Vorstand der HHLA, Jens Hansen, bei der Vorstellung der Bilanz 2017 am Dienstagabend an.

Bei den Powerpacs handelt es sich um ein Energieversorgungssystem der mittelständischen Hamburger Firma Becker Marine Systems. Testort ist der Containerterminal Altenwerder. Sobald das Containerschiff angelegt hat, werden zunächst zwei Container an Bord gehoben – das sogenannte Powerpac. Die Container enthalten einen gasbetriebenen Generator mit einer Leistung von 1,5 Megawatt sowie einen Tank mit verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas LNG). Diese übernehmen dann die Versorgung des Bordnetztes mit Strom, anstatt der schiffseigenen Hilfsdiesel, die abgeschaltet werden können. "Damit lassen sich die Abgase der Schiffe entscheidend reduzieren", sagte Hansen.

Investition von einer Milliarde Euro

Insgesamt eine Milliarde Euro will die HHLA in den kommenden fünf Jahren in den Ausbau der Terminals sowie die weiteren Geschäftsfelder investieren. Allein 350 Millionen Euro davon gehen in das Wachstum des eigenen Containerbahnverkehrs ins Hinterland des Hafens. Dazu werde die HHLA noch in diesem Jahr komplett das tschechische Bahnunternehmen Metrans übernehmen, an dem die HHLA bereits gut 90 Prozent hält, kündigte die Vorstandsvorsitzende des Hafenkonzerns, Angela Titzrath an.

Zudem kündigte sie weitere Übernahmen im europäischen Ausland an, ohne konkrete Angben zu machen: "Wir wollen organisch und anorganisch weiterwachsen. Das ist unser erklärtes Ziel", sagte Titzrath. Erst am Montag hatte die HHLA den estnischen Hafenterminalbetrieb Transiidikeskuse AS im Hafen von Muuga nahe der Hauptstadt Tallinn übernommen und ist damit zum Marktführer in Estland aufgestiegen. "Estland ist ein sehr dynamisch wachsender Markt", begründete Titzrath den Kauf.

Gestiegener Containerumschlag

Vor allem aufgrund eines stark gestiegenen Containerumschlags hat die HHLA im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 6,3 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steern und Zinsen (Ebit) um 5,6 Prozent auf 173,2 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Jahresüberschuss von 81,1 Millionen Euro. Das sind elf Prozent mehr als 2016. Aus diesem Grund empfehle der HHLA-Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 0,67 Euro pro Aktie. Das wären 13,6 Prozent mehr als im Vorjahr, sagte Titzrath.

Für das Jahr 2018 will die HHLA den Containerumschlag auf hohem Niveau halten somit soll auch der Umsatz wie im Vorjahr ausfallen. Für das Betriebsergebnis (Ebit) erwartet Titzrath aber eine deutliche Steigerung.