Hamburg

Reederei Hapag-Lloyd macht nach Fusion Gewinnsprung

Hapag-Lloyd-Chef
Rolf Habben
Jansen

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen

Foto: Axel Heimken / dpa

Das Unternehmen mit Hauptsitz am Ballindamm hat im vergangenen Jahr rund ein Drittel mehr Container transportiert als 2016.

Hamburg.  Der Zusammenschluss mit dem arabischen Konkurrenten United Arab Shipping Company (UASC) hat Hamburgs Traditionsreederei Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr einen kräftigen Umsatz- und Ergebnissprung beschert. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz am Ballindamm mitteilte, hat es im vergangenen Jahr rund ein Drittel mehr Container transportiert als 2016, was die Erlöse erhöhte. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf knapp zehn Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte von 126 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 411 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdreifacht.

Auch eine leicht gestiegene Frachtrate trug zur Ergebnisverbesserung bei: Sie betrug 1051 Dollar (umgerechnet 855 Euro). Im Jahr zuvor waren es 1036 Dollar, also 842 Euro. Zum anderen musste die Reederei aber auch mehr ausgeben: Wegen des erhöhten Volumens stiegen die Transportaufwendungen, nicht zuletzt weil der Treibstoffverbrauchspreis gegenüber 2016 um 92 Dollar (75 Euro) pro Tonne zulegte.

Schulden reduzieren

Insgesamt sind die Zahlen von 2017 mit denen von 2016 nur schwer zu vergleichen, weil durch die Fusion mit UASC Ende Mai eine ganze Flotte von 58 Schiffen zu dem Schifffahrtskonzern hinzugekommen ist. Ob unter dem Strich nach Steuern und Abgaben ein positives Ergebnis steht, will Hapag-Lloyd erst bei der Bilanzveröffentlichung im März bekannt geben. Im Vorjahr schlug noch ein negatives Konzernergebnis von minus 93,1 Millionen Euro zu Buche.

Bei einem Unternehmensziel ist Hapag-Vorstandschef Rolf Habben Jansen indes bereits vorangekommen: der Reduzierung des Schuldenbergs. Dank der Ablösung teurer Anleihen durch zinsgünstigere und eine Kapitalerhöhung konnte die Nettoverschuldung von 6,4 Milliarden Euro nach der CSAV-Übernahme auf inzwischen 5,7 Milliarden Euro zurückgefahren werden.

Schwächeres viertes Quartal

„Die Zahlen zeigen, dass das saisonal schwächere vierte Quartal im Vergleich zu den ersten neun Monaten negativ ausfiel, insgesamt ist das Ergebnis aber in Ordnung“, sagte Thomas Wybierek, Analyst der NordLB. Die Anleger sahen es ähnlich. Der Kurs der Hapag-Lloyd-Aktie stieg am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 33,34 Euro.