Hamburg

Alle U-Bahn-Stationen erhalten in diesem Jahr WLAN

Ein Mann surft an einer Haltestelle im Netz (Symbolbild)

Ein Mann surft an einer Haltestelle im Netz (Symbolbild)

Foto: Imago/Westend61

Hamburger Hochbahn kündigt Ausbau des Glasfasernetzes an. Das Pilotprojekt mit den „Platzampeln“ wird eingestellt.

Hamburg.  Surfen auf dem Bahnsteig: Die Hochbahn will bis Ende des Jahres alle U-Bahn-Stationen in Hamburg mit Glasfaserkabeln an das Internet anbinden. „Damit steht den Fahrgästen an allen 91 Stationen schnelles, kostenloses WLAN zur Verfügung“, sagte gestern Vorstandschef Henrik Falk.

Bisher sind lediglich 51 Haltestellen der Linien U 2, U 3 und U 4 mit Internet ausgestattet. In den Wagen selbst hat man auch weiterhin nur eingeschränkten Zugriff auf das Internet. Grund sind technische Probleme. Die Wagen müssten mit entsprechenden Routern ausgestattet werden. Unklar ist allerdings, ob dann auch ein störungsfreier WLAN-Empfang möglich ist.

Signale in den Tunneln verstärken

Auf jeden Fall müssten die Signale des LTE-Mobilfunknetzes in den Tunneln verstärkt werden. „Wir prüfen momentan, ob die WLAN-Ausstattung der Haltestellen diese Empfangslücken überbrücken kann“, sagt Falk. Konkrete Pläne für eine Ausstattung der Wagen mit Routern gebe es derzeit aber nicht.

Die rund 1000 Busse der Hochbahn hingegen sind inzwischen alle mit Routern ausgestattet. Insgesamt können sich pro Bus 100 Fahrgäste zur selben Zeit in das kostenlose WLAN einloggen. Zu den Stoßzeiten nutzen auf alle Busse verteilt bis zu 4300 Fahrgäste gleichzeitig dieses Angebot.

WLAN-Nutzer zwischen 14 und 19 Jahre

Laut einer Umfrage bei 1000 Fahrgästen sind 52 Prozent der WLAN-Nutzer zwischen 14 und 19 Jahre alt. „Bei den jüngeren Fahrgästen kommt das Thema WLAN an, und sie wollen wir schließlich nachhaltig für die Nutzung unserer Mobilitätsangebote begeistern“, sagte Falk.

Platzampeln scheiterten

Ernüchternd ist das Aus des jüngsten Pilotprojekts der AG, den Platzampeln. Sie sollten Fahrgästen am Bahngleis anzeigen, wie stark welche Waggons befüllt sind, um Ein- und Ausstieg zu erleichtern und schnelle Weiterfahrten zu gewährleisten. Doch lediglich 40 von 1000 befragten Fahrgästen hatten sich nach der Testphase der Ampeln tatsächlich zu einer anderen Eingangstür bewegt.

Dabei schienen die Fahrgäste zunächst sehr angetan: Bis zu 70 Prozent sprachen sich bei einer Vorab-Befragung für die Ampeln aus. Und auch bei der Hochbahn selbst seien intern alle begeistert gewesen von der Idee, die aus den obersten Rängen der AG stammte. Führungskräfte hatten sie im Rahmen einer Klausurtagung ausgetüftelt. Im November 2017 dann der Testlauf an der U-1-Haltestelle Wandsbek Markt. Zwei Wochen lang blinkten Lämpchen am Bahnsteig in Rot oder Grün.

Menschen haben Gewohnheiten

Dahinter steckte nicht etwa ein ausgeklügelter Al­go­rith­mus, sondern vier Mitarbeiter der Hochbahn, die, ausgerüstet mit Tablets und Walkie-Talkies, an den Bahnsteigen standen und für die nachfolgende Station durchgaben, welche Waggons wie stark gefüllt waren.

Dass das Pilotprojekt letztlich nicht bei den Fahrgästen ankam, erklärt Falk auch damit, dass viele nicht von ihren Gewohnheiten abwichen: „Wenn man umsteigen muss, wählt man den Waggon, der nahe der Treppe hält.“ Jetzt sei es nur konsequent, die Idee, für die man mit Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich „kaum Geld ausgegeben hat“, schnell zu verwerfen. Falk sagt: „Das Ziel der gleichmäßigen Auslastung in den Zügen geben wir aber nicht auf.“