Bauprojekt

Sanierung des Philturms verzögert sich auf unbestimmte Zeit

Der 52 Meter hohe Philosophenturm auf dem Uni-Gelände wurde 1963 gebaut und ist stark sanierungsbedürftig. Die Studenten mussten ihn bereits im Herbst des vergangenen Jahres räumen Andreas Laible

Der 52 Meter hohe Philosophenturm auf dem Uni-Gelände wurde 1963 gebaut und ist stark sanierungsbedürftig. Die Studenten mussten ihn bereits im Herbst des vergangenen Jahres räumen Andreas Laible

Foto: Andreas Laible

Auch Dach, Fassade und Mensa des Uni-Gebäudes müssen erneuert werden – ein Mehraufwand. Die Kosten sind noch unklar.

Rotherbaum.  Die Sanierung des Philosophenturms auf dem Uni-Campus verzögert sich erneut und wird vermutlich auch deutlich teurer als bislang geplant. Das geht aus den Antworten des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Thilo Kleibauer hervor.

Ursprünglich sollten die Arbeiten Anfang dieses Jahres beginnen, dann war von Mitte 2018 die Rede. Doch während Tausende Studenten, wie berichtet, schon im Herbst 2017 ins Ausweichquartier in der City Nord umgezogen sind, heißt es nun auf die Frage nach dem Baubeginn am denkmalgeschützten Philturm: „Die konkreten Termine stehen noch nicht fest, da die Planungen hierzu noch nicht abgeschlossen sind.“

Normaler Mehraufwand

Hintergrund ist offenbar, dass die städtische Sprinkenhof GmbH, die das Gebäude saniert und dann an die Stadt vermietet, erst nach Auszug der Studenten eine gründliche Untersuchung der Bausubstanz veranlassen konnte. Und dabei wurde festgestellt, dass auch das Dach und die Fassade umfangreich saniert werden müssen – bei einem 52 Meter hohen Gebäude ein enormer Mehraufwand. Darüber hinaus habe das Studierendenwerk „einen erheblichen Sanierungsbedarf für die 2003 neu gebauten Mensaflächen mitgeteilt“, heißt es in der Senatsantwort. Auch die Konzepte für Entfluchtung und Evakuierung sowie die Absprache mit dem Denkmalschutz hätten „weitere Planungen“ erfordert.

Was das für die Kosten bedeutet, kann nur gemutmaßt werden, aber sicher nichts Gutes. Kleibauer weist darauf hin, dass die Wissenschaftsbehörde 2016 im Vorvertrag mit Sprinkenhof eine Kostenobergrenze von 58 Millionen Euro vereinbart hatte – die dürfte kaum zu halten sein. Der Senat nennt auf die Frage des CDU-Finanzexperten bewusst gar keine Summe. Man wolle keine Zahlen in die Welt setzen, die dann nicht belastbar seien, hieß es in der Wissenschaftsbehörde. Stattdessen werde das Projekt – das außer einer Sanierung umfangreiche Umbaumaßnahmen beinhaltet – erst einmal komplett durchgeplant. Ein Mietangebot der Sprinkenhof an die Stadt, das auf den Umbaukosten basiert, werde wohl im Frühjahr vorgelegt.

Probleme verschweigen

„Offenbar hat der Senat dieses wichtige Großprojekt überhaupt nicht im Griff“, sagt CDU-Mann Kleibauer. „Schon 2014 wurde von der SPD die Sanierung des Philosophenturms angekündigt, bis heute gibt es immer noch keine fertige Planung, aber schon hohe Mehrkosten.“ Der CDU-Politiker wirft dem Senat zudem vor, den Philosophenturm in seinem jährlichen Bau-Monitoring-Bericht nicht zu erwähnen und so Probleme zu verschweigen. „Das ist kein angemessener Umgang. Hier müssen dem Parlament jetzt schnell alle Fakten vorgelegt werden.“ Der Senat hatte das damit begründet, dass das Projekt noch nicht weit genug vorangeschritten sei, um in den Bericht aufgenommen zu werden.