Luxushotel

Kühne: „Das Fontenay soll in die Hotel-Geschichte eingehen“

Besondere Architektur: In dem geschwungenen Gebäude verfügen 
fast alle Zimmer über einen eigenen Balkon

Besondere Architektur: In dem geschwungenen Gebäude verfügen fast alle Zimmer über einen eigenen Balkon

Foto: Klaus Bodig / Klaus Bodig / HA

Ein erster Blick in das Fünf-Sterne-Superior-Haus von Klaus-Michael Kühne an der Außenalster. Champagner und Kaviar zum Frühstück.

Hamburg hat ein neues Luxushotel an der Außenalster: Das The Fontenay. Das Abendblatt durfte einen ersten Blick in das imposante weiße Gebäude, das anmutet wie drei ineinander verschliffene Kreise und die Handschrift von Stararchitekt Jan Störmer trägt, werfen. Vor dem Eintreten in die lichtdurchflutete Empfangshalle fällt der Blick auf den futuristischen Brunnen. Mehr als 2000 Granitsteine wurden hier zu einem Mosaik zusammengesetzt, in dem sich der Himmel spiegelt.

Eine klassische Rezeption gibt es nicht. In der mit weißen Terrazzoboden ausgelegten Empfangshalle werden die Gäste an schweren Schreibtischen aus Makassar-Holz empfangen. Sie nehmen in hellen Ledersesseln Platz: „Wir setzen auf eine sehr individuelle und herzliche Begrüßung. Wer hier eincheckt, soll sich gleich wie zu Hause fühlen“, sagt Empfangschefin Nina Friedrich. Dafür, dass (fast) alle Anliegen der anspruchsvollen Klientel erfüllt werden, ist Chefcon­cierge Jan Riepen verantwortlich: „Natürlich werde ich versuchen, die Wünsche der Gäste soweit wie möglich zu realisieren, und habe den ein oder anderen Geheimtipp für einen Aufenthalt in Hamburg parat.“

Es soll das beste Hotel Deutschlands werden

Mit dem The Fontenay hat sich Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne den Traum von einem eigenen Fünf-Sterne-Superior-Haus – er will das „beste Hotel Deutschlands“ schaffen – in seiner Heimatstadt erfüllt. Die Grundsteinlegung war am 14. August 2014. Gemeinsam mit seiner Frau Christine hat er sich auch bei der Innengestaltung eingebracht: „Ich freue mich sehr, dass mein Hotel nun kurz vor der Eröffnung steht und einen prächtigen Eindruck vermittelt. Alle Räumlichkeiten sind großzügig, offen und lichtdurchflutet. Und was die Inneneinrichtung anbelangt, so haben wir uns von Detailliebe, Individualität und hoher Qualität leiten lassen“, sagte Kühne dem Abendblatt. Sein Wunsch: „Ich hoffe natürlich, dass das The Fontenay sowohl den Hamburgern als auch sehr vielen Gästen aus dem In- und Ausland gut gefallen und in die Geschichte der Hotellerie in meiner Heimatstadt eingehen wird.“

Noch läuft der Probebetrieb in dem Hotel. Erste Empfänge und Essen werden hier gegeben, allerdings noch nur für geladene Gäste. Die 131 luxuriösen Zimmer und Suiten können von Ende März an gebucht werden. Ein offizieller Eröffnungstermin wird in Kürze bekannt gegeben, und dann sind „alle Hamburger eingeladen, dieses einzigartige Haus mit seinem unaufdringlichen Luxus und einer zeitlosen Eleganz zu erleben“, sagte Direktor Thies Sponholz. Der gebürtige Husumer hat ein Team von 180 Mitarbeitern an seiner Seite.

Wie ein großes Wohnzimmer

Wer sich im The Fontenay umschaut, spürt sofort die Großzügigkeit der Räumlichkeiten. Es hat ein bisschen was von einem internationalen Grandhotel, aber auch viele moderne Designelemente. Für die Inneneinrichtung ist das Berliner Architektenbüro Aukett­ + Heese verantwortlich: Das gläserne Atrium ist 27 Meter hoch und erstreckt sich bis in die Fontenay Bar in der sechsten Etage. An der Decke hängt der sieben Meter lange Kronleuchter, entworfen von der niederländischen Manufaktur Brand van Egmond. Dieser ist mit 140 Leuchten an gewundenen Stahlästen versehen. Wer hier Platz nimmt, fühlt sich wie in einem überdimensionierten Wohnzimmer: Goldene und grüne Kissen liegen auf den 25 Meter langen bequemen halbrunden Sofa und den Sitzecken. Hier können die Gäste in einem der ausliegenden Kunstbände schmökern oder einen „Afternoon Tee“ mit Spezialitäten von Chef-Patisseur Marco D’Andrea genießen.

Ebenfalls im Erdgeschoss liegt die Bibliothek, für die rund 1000 Bücher in Kooperation mit der Hamburger Buchhandlung Felix Jud ausgewählt wurden. Es stehen zudem eine Tagesbar und vier Veranstaltungsräume für bis zu 120 Personen zur Verfügung.

Frühstück mit Champagner und Kaviar

Die Außenalster liegt dem Gast im The Fontenay buchstäblich zu Füßen. Wer im Gartenrestaurant John’s Platz nimmt, genießt durch die großen Fensterfronten einen Blick auf das Wasser und die acht Meter hohe Wand aus edlem grünen Onyx Marmor. Hier wird das À-la-carte-Frühstück serviert, auf Wunsch mit Champagner und Kaviar. Von Montag bis Freitag wird ein Lunch­menü (zwei Gänge für 27 Euro) angeboten. Außerdem hält die Karte Klassiker wie Königsberger Klopse mit Roter Bete oder halben Hummer mit Grillgemüse parat. Abends können die Gäste zum Beispiel ein Chateaubriand vorbestellen, das am Tisch tranchiert wird: „Meine Küche ist geradlinig, regional, weltoffen und saisonal“, sagt Küchenchef Stefan Wilke, der vorher auf dem Kreuzfahrtschiff MS „Europa“ für die Kulinarik zuständig war. Im Sommer steht eine Außenterrasse zur Verfügung, eingebettet in die Parklandschaft.

Nach den Michelin-Sternen will Cornelius Speinle greifen. Der Schweizer Starkoch ist für das Gourmetrestaurant Lakeside verantwortlich. Die gläserne Wand, in der sich die Alster spiegelt, ist ein Hingucker. Über den Dächern der Stadt in der siebten Etage sollen die Gäste nicht nur vom atemberaubenden Blick auf die Außenalster beeindruckt sein, sondern vor allem von den Speisen.

Seine Philosophie beschreibt der 31-Jährige so: „Mein moderner Küchenstil kombiniert internationale Einflüsse mit ausnahmsloser Produktqualität, die sich in handwerklicher Perfektion leicht und kreativ zu maximaler Geschmacksintensität verbinden.“ Das Acht-Gänge-Menü am Abend wird für 168 Euro angeboten. Von Dienstag bis Sonnabend wird zudem mittags ein Drei- bis Vier-Gänge-Lunch-Menü zur Auswahl (drei Gänge 55 Euro, vier Gänge 65 Euro) serviert. Die Chef-Sommelière Stefanie Hehn hat die Weine schon zusammengestellt. Dem Vernehmen nach soll auch ein edler Château Margaux von 1986 glasweise serviert werden.

Rum aus Barbados und Obstler aus dem Alten Land

Eine Etage tiefer, in der Fontenay Bar, haben die Gäste einen 320-Grad-Rundumblick über die Stadt. Alle fünf Hauptkirchen sind zu sehen, auch das Rathaus und die Elbphilharmonie. Für wärmere Tage gibt es eine 500 Quadratmeter große Dachterrasse.

Drinnen laden hellblaue, dunkelblaue und senffarbene mit samt bezogene Sessel zum Verweilen ein, auch die Wandverkleidung aus Makassar-Ebenholz ist ein Blickfänger. Barmitarbeiter Dennis Hühnl ist damit beschäftigt, die rund 90 Spirituosenflaschen einzuräumen und hat eine Rum-Rarität aus Barbados in der Hand. Aber auch Regionales wie Obstbrände aus dem Alten Land stehen auf der Karte.

Nach dem Genuss des ein oder anderen alkoholischen Getränks stehen die 114 Zimmer und 17 Suiten – die meisten haben einen Balkon mit Alsterblick – zum Ausruhen bereit. Auch bei den Preisen werden neue Maßstäbe gesetzt: Ab 355 Euro kostet ein Deluxe-Doppelzimmer pro Nacht. Frühstück wird mit 35 Euro pro Person berechnet. In den Räumen, die Zimmer sind mindestens 43 Quadratmeter groß, wechselt sich Türkis mit hellem Blau und changierenden Beigetönen ab. Jedes Möbelstück ist handgearbeitet. Das helle Eichenholz für das Parkett wurde direkt aus den Wäldern der Abtei Fontenay in Frankreich geliefert. Die dekorativen goldfarbenen Vasen stammen von dem bekannten dänischen Industriedesigner Georg Jensen. An den Wänden hängen Originale des peruanischen Malers Antonio Máro. Natürlich gibt es einen begehbaren Kleiderschrank. Die Badezimmer sind mit hellem Natursandstein ausgestattet; und die Toilettenbrille ist beheizbar.

Darf es ein bisschen mehr sein? Die Alster-Suite in der vierten Etage ist 180 Quadratmeter groß. Neben einem Wohnzimmer mit Konzertflügel gibt es ein Esszimmer für bis zu zehn Personen. Für ab 9000 Euro pro Nacht steht die 200 Quadratmeter große Fontenay-Suite in der fünften Etage zur Verfügung.

Wer im The Fontenay wohnt, sollte genügend Zeit für den Besuch im rund 1000 Quadratmeter großen Spa auf der sechsten Etage einplanen. Entspannung finden die Besucher auf der Sonnen­terrasse oder in der Panorama-Sauna, dazu werden Massagen und kosmetische Anwendungen angeboten.

Wer in den 20 Meter langen Innen- und Außenpool eintaucht, der kann sich der Illusion hingeben, in der Alster zu schwimmen. Auch den Hamburgern steht der Wellness­bereich zur Verfügung. Die Benutzung ist inklusive, wenn eine Spa-Behandlung für 150 Euro gebucht wird.