Gesundheitsbehörde

So viel bewegen sich Hamburgs Grundschüler

Sport und Spiel sollten für Kinder fester Bestandteil des Alltags sein (Symbolbild)

Sport und Spiel sollten für Kinder fester Bestandteil des Alltags sein (Symbolbild)

Foto: picture-alliance / Sven Simon

Für die Untersuchung der Gesundheitsbehörde wurden 1500 Viertklässler befragt, wie, wo und warum sie sich bewegen. Die Ergebnisse.

Hamburg.  Toben, Spielen, Sport – für Kinder gibt es viele Gelegenheiten, sich zu bewegen. Wie es um die Aktivitäten der Grundschüler in Hamburg steht, hat jetzt die Gesundheitsbehörde untersucht. Sie befragte 1500 Schüler der vierten Klassen, wie und wo sie sich bewegen und was sie dazu motiviert.

Schon morgens bietet sich die erste Gelegenheit, wenn die Kinder den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Nachmittags gibt es in den Wohngegenden die Möglichkeit zum Toben und Spielen. Außerdem sind zwei Drittel der Befragten in einem Sportverein aktiv. Jungen spielen am liebsten Fußball und andere Ballsportarten oder betreiben Kampfsport. Bei den Mädchen stehen Tanz- und Ballsportarten sowie das Reiten auf den ersten Plätzen. Das sind einige der Ergebnisse des Berichtes „Kinder in Bewegung 2017“.

Fast jedes vierte Kind bewegt sich zu wenig

Mehr als ein Drittel der befragten Kinder bewegt sich dabei intensiv (mindestens dreimal am Vortag und täglich in der vergangenen Woche). Aber fast jedes vierte Kind ist zu wenig körperlich aktiv (maximal zweimal am Vortag und nicht täglich in der vergangenen Woche). Jungen bewegen sich insgesamt häufiger intensiv als Mädchen (40 Prozent gegenüber 33 Prozent).

Wie die Behörde in ihrer Mitteilung betont, zeigen die Ergebnisse, dass sich bei der Bewegungsintensität der Viertklässler in den vergangenen zehn Jahren nichts geändert hat, obwohl die Nutzung von elektronischen Medien zugenommen hat. Allerdings gehen Kinder heute weniger zu Fuß und fahren statt dessen lieber mit dem Rad oder dem Roller.

Ein Motiv ist der Wunsch nach Fitness

Motive für die Aktivitäten sind Spaß an der Bewegung, der Wunsch nach Fitness und die Zugehörigkeit zu einem Sportverein. Bei der Befragung zeigte sich auch, dass Eltern als Vorbild eine immer größere Rolle spielen. Jedes zweite Kind wächst danach mit Eltern auf, die gerne Sport treiben. Einfluss haben auch die Geschwister, von denen fast drei Viertel sportlich aktiv sind.

Die Vorbildfunktion der Eltern hob auch Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hervor: „Neben den entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist gerade die Motivation zur Bewegung entscheidend, um die Kindergesundheit zu fördern. Am besten gehen Eltern selbst mit gutem Beispiel voran. Ich hoffe, dass der Bericht Eltern und Akteuren in Schule und Freizeit hilft, Kindern noch mehr den Spaß an Bewegung zu vermitteln.“

Denn der Bericht zeigt auch auf, wo es noch Defizite gibt: So besteht ein zusätzlicher Bedarf an Bewegungsförderung in Schulen mit einer sozial stark belasteten Schülerschaft und bei Mädchen mit Migrationshintergrund. Zudem sollten Kinder aus wohlhabenden Familien ihren Schulweg häufiger aktiv und selbstständig bewältigen, anstatt sich täglich von ihren Eltern fahren zu lassen.