Bürgerschaft

Hamburg bildet mehr Lehrer aus – Warnung vor Mangel

„Hamburg hat die Aufgabe, genügend Lehrer auszubilden, sehr gut bewältigt“, lobte sich Schulsenator Ties Rabe (SPD)

„Hamburg hat die Aufgabe, genügend Lehrer auszubilden, sehr gut bewältigt“, lobte sich Schulsenator Ties Rabe (SPD)

Foto: dpa/Axel Heimken

Bürgerschaft beschließt einstimmig, Ausbildungskapazitäten für Lehrerreferendare in drei Schritten um 135 Plätze zu erhöhen.

Hamburg. Es kommt ausgesprochen selten vor, dass alle Fraktionen der Bürgerschaft einer Meinung sind. Aber am heutigen Mittwochnachmittag war das der Fall: Das Landesparlament beschloss einstimmig den Antrag von SPD und Grünen, die Ausbildungskapazitäten für Lehrerreferendare von derzeit 550 in drei Schritten um insgesamt 135 Plätze zu erhöhen. Damit werden vom Jahr 2020 an jährlich knapp 700 Referendare ausgebildet.

Allerdings ging der Opposition die rot-grüne Ausbildungsoffensive nicht weit genug. „135 zusätzliche Stellen sind zu kurz gegriffen. Es gibt schon jetzt Lehrermangel, und er wird weiter zunehmen“, sagte die CDU-Schulpolitikerin Birgit Stöver. „In unserer Stadt mangelt es bereits heute an Nachwuchslehrern. Offene Stellen werden teilweise durch Quereinsteiger besetzt“, sagte FDP-Fraktionschefin Anna von Treuenfels-Frowein, die eine qualitative, nicht nur quantitative Verbesserung der Lehrerausbildung forderte, um den Beruf attraktiver zu machen. „Wir brauchen eine Debatte über die Lehrerbedarfe. Es wird nur eingestellt, was gerade nötig ist“, sagte Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus.

„Hamburg hat in den vergangenen Jahren zu wenig ausgebildet. Die Hälfte des Nachwuchses kommt aus anderen Ländern. Das ist wenig solidarisch“, so AfD-Fraktionschef Alexander Wolf. „Hamburg hat die Aufgabe, genügend Lehrer auszubilden, sehr gut bewältigt“, lobte sich dagegen Schulsenator Ties Rabe (SPD). Seit 2010 seien 2400 Lehrerstellen zusätzlich geschaffen worden. „Der Lehrermangel erzeugt noch nicht eine solche Drucksituation wie in anderen Ländern.“ Das liege auch daran, dass Hamburg praktisch allen Nachwuchslehrern unbefristete Verträge anbiete und sie verbeamte.