Sommerferien

Hamburger müssen für Flug in die Sonne mehr zahlen als sonst

Der Flug in den Süden ab Hamburg wird teuer in diesem Jahr

Der Flug in den Süden ab Hamburg wird teuer in diesem Jahr

Foto: Christian Charisius/dpa

Jetzt ist Hauptbuchungszeit für die Sommerferien. Doch es gibt weniger Verbindungen in den Süden. Welche Ziele noch zu buchen sind.

Hamburg.  Die Reisebürobesitzerin in Eimsbüttel sucht angestrengt nach Flügen auf die griechische Insel Naxos. Es ist schwer, günstige und bezahlbare Verbindungen zu finden. Erst Recht für Juli und August. Für viele Hamburger wird der Flug in den Süden in den Sommerferien teurer als sonst. Grund: Wegen der Air-Berlin und Niki-Pleiten ist das Angebot an Flügen in die Ferienregionen gesunken. „So schlimm war es noch nie“, heißt es in der Branche.

Viel Stress und viel Arbeit hat auch Reisebüroinhaber Klaus-Peter Sydow. Wer nach Mallorca fliegen will, hat es derzeit besonders schwer. Ausgerechnet Mallorca! Dorthin flogen meist vier Maschinen am Tag, zu Spitzenzeiten sogar bis zu zehn Maschinen von Hamburg aus. Und dort, so Sydow, haben viele Hamburger ein Ferienhaus oder eine Finca. „Die konnten sich bislang immer darauf verlassen, täglich dorthin fliegen zu können, gerade im Winter.“ Diese Zeiten sind vorbei.

Viele Verbindungen ab Hamburg fallen weg

Diese angespannte Situation erlebt er nach eigenen Angaben das erste Mal seit 15 Jahren. Grund für diesen Engpass: Easyjet fliegt die Lieblingsinsel der Deutschen ab Februar nicht mehr an – und streicht im ersten Schritt noch zwei weitere Ziele vom Hamburg Airport. Von Februar 2018 an wird Easyjet neben der Strecke nach Palma die Hamburger Verbindungen nach Rom-Fiumicino und Athen nicht mehr bedienen. „Die anderen Fluggesellschaften können diesen Ausfall gar nicht kompensieren“, sagt Sydow. Auch Direktflüge nach Santorin und Mykonos sind in diesem Jahr weggefallen. Ebenfalls schwierig ist es, günstig an die Algarve zu kommen. Sydow: „Nach Faro ist für den Sommer nichts mehr zu bekommen.“

Für die Sommerferien bedeutet das: Die Flüge werden teurer – vor allem nach Mallorca, Spanien generell und ins westliche Mittelmeer. „Jetzt ist Hauptbuchungszeit für Ziele im Süden und die Kapazitäten sind deutlich geringer als sonst“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Reisveranstalter versuchen diese Knappheit an Flügen durch Charterflüge auszugleichen. „Bei einigen Veranstalter entspannt sich deshalb die Situation ein wenig.“

Tipp: Ab Hannover fliegen

Das Problem aber bleibt: Durch die Insolvenzen von Air Berlin und Niki fehlen Flugzeuge. Ersatz ist nicht so schnell zu bekommen. "Da müssen Flugrechte beantragt werden, Slots, also Flugzeiten müssen zugeteilt werden“, so Schäfer. Das dauert.

Seine Hoffnung: Wenn es eine Sicherheit für den Verkauf von Niki an den Luftfahrtkonzern IAG mit British Airways und dem spanischen Billigflieger Vueling endlich gibt, entspannt sich die Situation wieder.

Reisebüro-Chef Klaus-Peter Sydows Tipp: Auf andere Flughäfen ausweichen. „Hannover ist häufig günstiger als Hamburg, dort gibt es auch kein Nachtflugverbot.“ Bei Pauschalreisen gibt es „Rail-and-Fly“-Angebote, das heißt die Kosten für die Bahnfahrt zum Abflughafen sind im Preis enthalten. Und: Es gibt Alternativen. Die Türkei ist günstig, Tunesien und Ägypten. „Je früher man bucht, desto mehr Rabatte gibt es“, so Klaus-Peter Sydow.