Hamburg

Polizei warnt vor Telefonanrufen falscher Beamter

Die Polizei warnt nachdrücklich vor falschen Beamten. Die Trickbetrüger rufen ihre Opfer zunächst an, setzen sie unter Druck und besuchen sie später (Symbolbild)

Die Polizei warnt nachdrücklich vor falschen Beamten. Die Trickbetrüger rufen ihre Opfer zunächst an, setzen sie unter Druck und besuchen sie später (Symbolbild)

Foto: picture alliance /dpa/Julian Stratenschulte

Die Betrüger wollen Senioren weismachen, dass ihr Geld und ihre Wertsachen in Gefahr sind. Das sollten Sie über die Masche wissen.

Hamburg.  Ihre Vorgehensweise ist perfide: Sie rufen ältere Menschen an, geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und weisen auf vermeintliche Einbrüche in der Umgebung der Senioren hin. Dann geben die Betrüger vor, das Hab und Gut der Rentner in Sicherheit bringen zu wollen. Am Ende überlassen die Opfer ihnen Geld und Wertsachen

Genau vor solchen Machenschaften warnt die Hamburger Polizei aktuell. Sie weist darauf hin, dass es momentan vermehrt Anrufe falscher Polizeibeamter im gesamten Hamburger Stadtgebiet gibt. „Sie nutzen den amtsimmanenten Vertrauensvorschuss, der bei diesen Berufsgruppen insbesondere noch bei älteren Mitbürgern vorhanden ist“, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Opfer werden unter Zeitdruck gesetzt

Die Betrüger kündigen bei der Masche am Telefon den Besuch eines Polizisten an, der Geld und Wertsachen abholen und in Sicherheit bringen wird. „Alternativ soll das Geld an öffentlichen Orten zur Abholung deponiert werden“, so die Polizei. Zudem werden die Senioren auch häufig aufgefordert, in einem angeblichen Ermittlungsverfahren mitzuwirken und so bei der Ergreifung der Täter mitzuhelfen.

Bei einer Variante werden die örtliche Polizei und auch Mitarbeiter der Banken und Sparkassen als korrupt und kriminell hingestellt, um die Senioren systematisch zu verunsichern. Zur Taktik gehört ebenfalls, die älteren Menschen unter enormen Zeitdruck zu setzen, damit die Opfer kaum Zeit haben, das Gehörte kritisch zu hinterfragen.

„Zur weiteren Täuschung werden die Anrufe mit einer vorgetäuschten Nummer getätigt, um den Anrufern zu suggerieren, es werde vom Polizeinotruf 110 oder einer anderen örtlichen (Polizei-) Rufnummer angerufen – sogenanntes Spoofing“, warnt die Polizei Hamburg weiter. Tatsächlich erfolgten diese Anrufe aber häufig aus ausländischen „Call-Centern“.

Das ist wichtig zu wissen:

  • Die Polizei fragt niemals nach Bankdaten, Kontoständen oder Inhalten von Schließfächern. Auch nach Verstecken von Wertsachen und Geld fragt die Polizei nicht.

  • Die Polizei setzt Menschen niemals unter dem Vorwand, Ermittlungsbehörden unterstützen zu müssen, unter Druck.

  • Die Polizei würde niemals dazu auffordern, Geld von der Bank abzuheben und dieses im Haus für eine Übergabe zu deponieren oder an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

  • Wer solch einen Anruf erhält, sollte auf sein Bauchgefühl hören und sich die Zeit nehmen, das Gespräch zu überdenken. Zudem sollte eine Person seines Vertrauens hinzugezogen werden und die richtige Polizei über den Anruf informiert werden.