Hamburg

Anbieter Care-Energy zapft offenbar Strom bei Nachbarn

Dem insolventen Unternehmen war vom Hausbesitzer der Strom abgestellt worden. Polizei fand Kabel für illegalen Stromanschluss.

Hamburg.  Ausgerechnet wegen Stromdiebstahls ermittelt die Polizei gegen den Geschäftsführer des seit Anfang 2017 insolventen Stromanbieters Care-Energy, Marc März. Dem Unternehmer, der einst Sprecher des ehemaligen Innensenators Ronald Schill war, wird vorgeworfen, einen Stromdiebstahl angeordnet zu haben, damit sein Energieanbieter wieder Energie hat.

Tatort ist der Firmensitz in der Dessauer Straße: Nach Mietstreitigkeiten war Care-Energy tatsächlich vom Hausbesitzer der Strom abgestellt worden. Doch plötzlich brannte in den Büroräumen wieder Licht, was einer Mitarbeiterin einer anderen Firma auffiel. Sie rief die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass verbotswidrig Kabel an einem Stromanschluss in einem anderen Teil des Gebäudes angebracht waren – die in die Räume von Care-Energy führten. Ein Fachunternehmen beendete den Stromdiebstahl. „Wir ermitteln wegen Entziehung elektrischer Energie und schweren Diebstahls“, bestätigt ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Das Unternehmen wurde 2011 gegründet

Das Unternehmen hatte einst große Pläne: So wollte Care-Energy als Sponsor beim geplanten Sports-Dome in der HafenCity einsteigen und sogar Namensgeber der Anlage werden. Das hat sich nun zerschlagen „Care-Energy ist nicht mehr dabei“, heißt es von dort. Man sei mit anderen Interessenten im Gespräch. Dabei war Care-Energy im Sportgeschäft ziemlich aktiv. So lieferte das Unternehmen bis Mitte 2016 Strom für das Volksparkstadion und war auch Sponsor des HSV. Auch beim Triathlon vor drei Jahren war der Energievermittler als Unterstützer dabei.

Care-Energy wurde 2011 von dem Österreicher Martin Kristek gegründet, der im Januar dieses Jahres starb.