Care Energy

Nach Tod von Kristek: Pläne für Sports-Dome bleiben

Unternehmer Martin Kristek ist im Alter von 44 Jahren gestorben

Unternehmer Martin Kristek ist im Alter von 44 Jahren gestorben

Foto: Axel Heimken/dpa / picture alliance

Die Hamburger Care Energy trauert um ihren Gründer. Trauerraum nach Tod von Martin Kristek in der Firmenzentrale eingerichtet.

Hamburg/Wien. Mit einer Schweigeminute gedachten die gut 60 Hamburger Mitarbeiter des Energieunternehmens Care-Energy am Montagmorgen des am Wochenende im Alter von 44 Jahren überraschend verstorbenen Firmengründers Martin Richard Kristek. Einer der Mitarbeiter habe eine bewegende Ansprache gehalten, hieß es aus der Firmenzentrale an der Dessauer Straße (Kleiner Grasbrook). Es sei ein Raum eingerichtet worden, in dem die Beschäftigten Abschied nehmen können.

In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte die Care-Energy Holding GmbH am Montag den Tod Kristeks. Der Unternehmensgründer sei ein „Rebell und Querdenker am Energiemarkt“ und eine „soziale Unternehmerpersönlichkeit“ gewesen. Der 44-Jährige war laut Medienberichten am Sonnabend in Hamburg einem Herzinfarkt erlegen.

Geschäftsbetrieb von Care-Energy geht weiter

Zugleich teilte die Holding mit, die Unternehmen der Care-Energy-Gruppe seien voll handlungsfähig und würden ihre Arbeit im Sinne Kristeks fortsetzen. Der laufende Geschäftsbetrieb gehe uneingeschränkt weiter. Und: „Insbesondere die Stromversorgung der Kunden des Energielieferanten Care-Energy AG wird ohne Einschränkung fortgesetzt.“

Nach Angaben eines Care-Energy-Sprechers beliefert dieses Unternehmen derzeit Kunden in den Gebieten der Netzbetreiber Amprion und Transnet BW. In Hamburg dagegen hat die AG seit Sommer 2016 keine Stromkunden mehr. Damals geriet die Care-Energy AG wegen eines Streits mit den Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz und Tennet um die Abführung von Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in die Schlagzeilen. Etwa 2700 Stromkunden in der Hansestadt wurden fortan von Vattenfall versorgt, statt von dem Care-Energy-Unternehmen. Als sogenannter Energiedienstleister ist die Gruppe in Hamburg aber weiter tätig – etwa bei der energetischen Optimierung der CDU-Parteizentrale am Leinpfad.

Sponsoringpläne sollen Bestand haben

Bekannt ist das Unternehmen zudem als Namenssponsor des geplanten Care-Energy Sports-Dome in der HafenCity. Vereinbart ist, dass Care-Energy die Energieversorgung des Zentrums für Trendsportarten konzipiert. Es gebe derzeit keine Pläne, die Zusammenarbeit bei der technischen Gebäudeausstattung zu beenden und die Namensrechte aufzugeben, sagte der Care-Energy-Sprecher. Und auch bei der Sports- Dome GmbH geht man davon aus, dass die Kooperation trotz der „menschlichen Tragödie“ – so Co-Geschäftsführer Leif Bachorz – fortgesetzt wird. „Ich bin überzeugt, dass der Sports-Dome in etwa zweieinhalb Jahren unter dem Namen Care-Energy Sports-Dome eröffnet wird“, sagte Bachorz dem Abendblatt. „Falls bei unserem Partner eine andere Entscheidung fällt, ist das Projekt trotzdem nicht infrage gestellt.“

Noch fraglich ist, ob Verantwortliche der Care-Energy-Gruppe von der Staatsanwaltschaft Hamburg angeklagt werden. Sie ermittelt seit Herbst 2016. Die Vorwürfe lauten Betrug und Insolvenzverschleppung. Die Ermittlungen dauerten an, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. hs

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