Umzug nach Hausbruch

Gewerkschaft droht Holsten-Brauerei mit Warnstreiks

Hintergrund der Verhandlungen war der geplante Umzug der zur Carlsberg-Gruppe gehörenden Brauerei von Altona nach Hausbruch

Hintergrund der Verhandlungen war der geplante Umzug der zur Carlsberg-Gruppe gehörenden Brauerei von Altona nach Hausbruch

Foto: Lars Berg / imago

Nach Angaben der Gewerkschaft sollen bei dem Umzug 70 Arbeitsplätze wegfallen. Carlsberg versucht zu beruhigen.

Hamburg. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Tarifverhandlungen über die soziale Absicherung von Beschäftigten der Hamburger Holsten-Brauerei für gescheitert erklärt und droht nun mit einem Arbeitskampf. Hintergrund der Verhandlungen war der geplante Umzug der zur Carlsberg-Gruppe gehörenden Brauerei von Altona nach Hausbruch. Nach Angaben der NGG sollen dabei 70 Arbeitsplätze wegfallen.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. „Wir konnten keine Einigungsbereitschaft seitens der Carlsberg-Gruppe erkennen“, sagte Silke Kettner, Geschäftsführerin der NGG Hamburg-Elmshorn. „Von sozial verträglichen Lösungen sind wir weit entfernt.“ Nun solle ein unabhängiger Schlichter eingeschaltet werden. „Wenn ein Schlichtungsverfahren keinen Erfolg hat, kann es zu Warnstreiks kommen“, sagte Kettner dem Abendblatt.

Stellenabbau „so gering wie möglich“

Mit den Tarifverhandlungen wollte die NGG „faire“ Abfindungsregelungen, den Einsatz einer Transfergesellschaft, einen Rentenausgleich für die betroffenen Beschäftigten und einen Ausgleich für den „erschwerten Arbeitsweg“ zum neuen Standort erreichen.

Ein Sprecher von Carlsberg Deutschland kommentierte die Mitteilung der Gewerkschaft so: „Wir sind überrascht über diese Entscheidung der NGG, nach nicht einmal vier Stunden im ersten Verhandlungstermin.“ Eine neue, kleinere Brauerei bedeute auch einen Stellenabbau, das habe man von Anfang an gesagt. Natürlich sei es auch das Ziel des Unternehmens, dass dieser Abbau „so gering wie möglich“ ausfällt und so sozial verträglich wie möglich umgesetzt werde, hieß es. Es seien auch Modelle im Gespräch, die einen deutlich geringeren Stellenabbau zur Folge hätten.

( vm )

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