Leihräder

CDU kritisiert Einschränkungen bei StadtRad

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Jens Meyer-Wellmann
Die StadtRad-Terminals werden derzeit umgebaut.

Die StadtRad-Terminals werden derzeit umgebaut.

Foto: Klaus Bodig / HA

Die StadtRad-Registrierung mit EC- oder Kreditkarte ist bald nicht mehr möglich. Der Grund sind neue Sicherheitsanforderungen.

Hamburg.  Die CDU hat scharfe Kritik an den vom Senat verkündeten Einschränkungen bei der Registrierung von StadtRad-Nutzern geübt. Wie berichtet ist es künftig nicht mehr möglich, sich als Nutzer mit EC- oder Kreditkarte bei dem Fahrrad-Leihsystem zu registrieren oder anzumelden. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering teilt der Senat nun mit, dass in den vergangenen Jahren im Durchschnitt 8,5 Prozent der Nutzer sich per EC- oder Kreditkarte registriert oder bei der Ausleihe identifiziert hätten.

„Die Kreditkartenorganisationen haben international einen neuen sogenannten Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS) vereinbart“, schreibt der Senat. „ Daraus resultieren insgesamt 280 Einzelanforderungen, die zur Anbindung eines Zahlungsdienstleisters beziehungsweise für die Speicherung und Verarbeitung von Kreditkartendaten erfüllt werden müssen.“

Kein Nutzen für die Kundenmehrheit

Da nur eine Minderheit der StadtRad-Kunden die EC- oder Kreditkarten zur Anmeldung nutze „und die regelmäßige Instandhaltung der Kartenleser sowie deren Zertifizierung Kosten verursachen“, stünde „der Aufwand für die Erfüllung der PCI-DSS-Anforderungen an den StadtRad-Terminals in keinem Verhältnis zum Nutzen für die große Mehrheit der Kundinnen und Kunden.“

Mit Blick auf die Kosten werde daher „auf Grund der fehlenden PCI-DSS-Konformität das Auslesen beziehungsweise die Eingabe von EC- oder Kreditkartendaten an den StadtRad-Terminals“ aufgegeben, so der Senat. Der Ausbau der Lesegeräte hat bereits begonnen und soll laut Senat bis Jahresende abgeschlossen sein. Solange die Geräte noch vorhanden seien, könnten EC- und Kreditkarten an den jeweiligen Standorten aber zunächst noch zur Anmeldung genutzt werden.

Service dürfe nicht kaputt gespart werden

CDU-Politiker Thering sagte, es sei „nicht zu akzeptieren, dass der Senat und der Betreiber jetzt beim Kundenservice sparen wollen und es insbesondere Gelegenheitsfahrern und Touristen deutlich schwerer machen, die StadRäder auszuleihen“. Der Erfolg von StadtRad Hamburg sei „kein Selbstläufer“ und die geplanten Serviceeinschränkungen seien „Gift für das Wachstum des Radverleihers. „Der Senat muss den Service verbessern und darf diesen nicht kaputt sparen. Anderenfalls radelt StadtRad eines Tages in die Versenkung. Das kann sich Hamburg angesichts der Diskussionen über Lärm- und Schadstoffemissionen schlichtweg nicht leisten.“

Die Nutzungszahlen bei StadtRad Hamburg sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich und deutlich angestiegen. Gab es im Jahr 2009 noch 306.000 Ausleihen, so waren es 2016 bereits 3.044.000. Im laufenden Jahr 2017 wurde der Leihservice bis 5. November 2.642.000 Mal genutzt.

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