Prozess

Als Paketbote getarnt: Angeklagter gesteht Raubüberfall

Mit dem Fluchtwagen rasten die Räuber in einen Autotransporter

Mit dem Fluchtwagen rasten die Räuber in einen Autotransporter

Foto: Andre Zand-Vakili

Der Mann soll vor zwei Jahren eine Frau in Othmarschen überfallen, bedroht und 400.000 Euro erbeutet haben.

Hamburg. Zwei Jahre nach einem Raubüberfall auf eine Frau hat der Angeklagte die Tat am Montag vor dem Hamburger Landgericht gestanden. „Ich gebe die gegen mich erhobenen Vorwürfe zu“, hieß es in einer Erklärung, die die Verteidigung des 30-Jährigen in seinem Namen verlas. Er muss sich wegen schweren Raubes verantworten.

Laut Anklageschrift soll er als Paketbote gekleidet zusammen mit einem Komplizen am 10. November 2015 an der Wohnungstür des Opfers im Stadtteil Othmarschen geklingelt und ihr eine Schreckschusspistole an die Stirn gehalten haben. Daraufhin sollen die beiden Täter die Frau unter Androhung, ihre Familie zu töten, aufgefordert haben, ihren Tresor zu öffnen.

Angeklagter wurde erst im Frühjahr gefasst

Die Räuber erbeuteten Schmuck, Bargeld und weitere Wertgegenstände im Gesamtwert von rund 400.000 Euro. Auf ihrer Flucht verursachten sie einen Verkehrsunfall, flüchteten weiter zu Fuß. Erst im April diesen Jahres wurde der nun geständige Angeklagte gefasst, als er bei der deutschen Botschaft in Ankara versuchte, neue Ausweisdokumente zu beantragen.

Ein Komplize war bereits in einem gesonderten Verfahren zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden.