Hamburg

Erweiterter Erster Schulabschluss auch in Hamburg möglich

Der Erweiterte Erste Schulabschluss (ESA) soll mehr Jugendlichen Zugang zu nachgefragten Berufen verschaffen – in der Altenpflege oder Kinderbetreuung zum Beispiel

Der Erweiterte Erste Schulabschluss (ESA) soll mehr Jugendlichen Zugang zu nachgefragten Berufen verschaffen – in der Altenpflege oder Kinderbetreuung zum Beispiel

Foto: imago stock&people

Verordnung tritt im November in Kraft und gilt rückwirkend – eine Lösung für Fachkräftemangel in der Pflege und Erziehung?

Hamburg.  Wer den Ersten (Haupt-) Schulabschluss am Ende der neunten Klasse erlangt hat, aber den Realschul­abschluss nicht schafft, kann mit dem Erweiterten Ersten Schulabschluss (ESA) seine Berufschancen in den meisten Bundesländern verbessern. Voraussetzung ist die erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht der zehnten Klasse. Diese Möglichkeit zur Qualifizierung soll es künftig auch in Hamburg geben.

Obwohl bereits erste Berufsschulen um Schulabgänger mit dem ESA werben, stellt sich nun heraus, dass die rechtlichen Voraussetzungen dafür noch nicht geschaffen sind. „Die Entwürfe für die entsprechenden Verordnungen wurden am 20. September 2017 von der Deputation der für Bildung zuständigen Behörde beschlossen“, heißt es in der Antwort des Senats aus eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver. Und weiter: „Die Verordnungen werden im November 2017 im Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt bekannt gemacht werden und rückwirkend zum 1. August 2017 in Kraft treten.“

Mehr Zugang zu nachgefragten Berufen

Der Erweiterte Erste Schulabschluss soll mehr Jugendlichen aus den allgemeinbildenden Schulen den Zugang zu besonders nachgefragten Berufen verschaffen – zum Beispiel in der Alten­pflege oder der Kinderbetreuung. Die Anna-Warburg-Schule in Niendorf zum Beispiel bietet den Ausbildungsgang zur sozialpädagogischen Assistenz (SPA) an, der für einen Einsatz als Fachkräfte in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung qualifiziert. „Seit dem Schuljahr 2017/18 gibt es in Hamburg für Jugend­liche mit Erweitertem Ersten Schulabschluss die Möglichkeit, die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten zu machen“, heißt es auf der Internetseite der Berufsschule für Sozialpädagogik.

Rechtliche Voraussetzung schaffen

Der nächste Ausbildungsgang soll am 1. Februar 2018 beginnen. Doch da war die Schule offensichtlich mit einem Hinweis auf den entsprechenden Paragrafen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum ESA schneller als die Verwaltung, weil der Paragraf noch nicht existiert. CDU-Bildungspolitikerin Stöver will die Hintergründe für die nachträgliche Einführung des ESA im Schulausschuss der Bürgerschaft diskutieren und dabei auch eine bessere Werbung für den neuen Abschluss durch die Schulbehörde anmahnen.