Kurz vor dem Ziel

Hamburger bricht sich beide Füße beim Lauf nach Shanghai

Vor dem Start im März: Extremsportler Kai Markus Xiong schnürte an der Elbphilharmonie in der Heckklappe seines Begleitfahrzeugs seine Laufschuhe

Vor dem Start im März: Extremsportler Kai Markus Xiong schnürte an der Elbphilharmonie in der Heckklappe seines Begleitfahrzeugs seine Laufschuhe

Foto: dpa

Kai Markus Xiong war im März an der Elbphilharmonie gestartet. Im November wollte er Hamburgs Partnerstadt erreicht haben.

Hamburg/Shanghai. Er wollte bis nach Shanghai laufen, doch kurz vor dem Ziel machte es "bang, boom, peng, krach, knacks". So beschreibt der Hamburger Extremsportler Kai Markus Xiong den Vorfall an Tag 202 seines Laufs, der ihn stoppte und seinen Ultra-Ultra-Marathon vorerst beendete.

Er habe nach gelaufenen 11.200 Kilometern endlich die Provinz Hubei in China erreicht. "Es war ein echtes Glücksgefühl", schreibt Kai Markus Xiong in seinem Blog "You Should Run Here". Er sei bei Regen und Nebel eine vielbefahrene, enge Straße bergab gelaufen. Er habe auf die Seite ausweichen wollen und schließlich am Rand eines Wasserkanals gestanden. "Durch die Nässe bin ich wohl dann ausgerutscht und auf den Fersen etwa 50 bis 60 Zentimeter tiefer im Betonbett auf den selbigen gelandet. Kurzzeitig verlor ich das Bewusstsein", schreibt er. Hilfe konnte er schließlich per Handy rufen.

Im März war Kai Markus Xiong von der Elbphilharmonie aus zu seinem großen Lauf nach Shanghai aufgebrochen. Zum Start kamen viele Freunde, um den Läufer zu verabschieden.

Die Route des 44-Jährigen führte über Polen und Russland nach China. Seine Ankunft in Shanghai war für Anfang November geplant. "Joggen, laufen, wandern, spazieren, kriechen – Hauptsache, ich komme an", hatte er beim Start in Hamburg gesagt.

Und so wundert es kaum, dass er die Frage "Geht's weiter?" kurz und knapp mit "Ja" beantwortet. "Es geht weiter".

Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai stärken

Mit seinem Projekt will Xiong die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai symbolisch stärken und für junge Leute ein Vorbild sein. Die Schirmherrschaft des Projekts hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) übernommen. Der 44 Jahre alte Läufer wird auf seiner Reise von einem Freund mit einem VW Käfer begleitet, der Lebensmittel transportiert und dessen Anhänger ihm als Schlafplatz dient. Die Wahl des Begleitfahrzeuges fiel auf einen Käfer, da für ihn weltweit Ersatzteile zur Verfügung stehen.