Hamburg

Mehr Erzieher in Kitas – Initiative verschiebt Start

Individuelles Spielen ist bei wenigen Erziehern nur schwer möglich (Symbolbild)

Individuelles Spielen ist bei wenigen Erziehern nur schwer möglich (Symbolbild)

Foto: imago/Blickwinkel

Volksinitiative will vier bis sechs Wochen später beim Senat aktiv werden. Forderungen nach mehr Personal werden juristisch geprüft.

Hamburg. Die Volksinitiative für mehr Personal in Hamburger Kitas hat ihren offiziellen Start verschoben. Statt wie bislang geplant am kommenden Mittwoch (4. Oktober) werde man die Initiative „aus formalen Gründen“ etwa vier bis sechs Wochen später beim Senat anzeigen, teilte das „Kitanetzwerk Hamburg“ mit. Wie dessen Gründerin Marina Jachenholz dem Abendblatt sagte, brauche man noch etwas Zeit, die Forderungen juristisch prüfen zu lassen und gegebenenfalls zu modifizieren.

Erzieher-Kind-Relation bemängelt

Wie berichtet, fordert das Kitanetzwerk eine Verbesserung der Erzieher-Kind-Relation auf 1:4 im Krippenbereich (bis drei Jahre) und auf 1:7,5 im Elementarbereich (drei bis sechs Jahre) – und zwar unter Einbeziehung der „Ausfallzeiten“, die die Erzieherinnen zum Beispiel mit Verwaltungsarbeit verbringen. Bislang liegen die Personalschlüssel bei 1:5,6 im Krippenbereich und etwa 1:9 im Elementarbereich, allerdings ohne Berücksichtigung der Ausfallzeiten.

Tatsächlich kümmern sich die Erzieherinnen also um deutlich mehr Kinder. Der rot-grüne Senat strebt auch eine Verbesserung auf 1:4 in den Krippen an, will die Ausfallzeiten dabei aber zunächst nicht berücksichtigen. Dafür werden zwei Gründe angeführt: Zum einen sei es fast unmöglich, die dafür nötigen Erzieherinnen zu finden, wobei die Angaben zwischen 3000 und 4500 schwanken.

400 Millionen Euro Zusatzkosten

Zweitens würden die Forderungen der Initiative die städtischen Kitaausgaben, die jetzt schon in Richtung 800 Millionen Euro im Jahr gehen, noch einmal um 400 Millionen Euro jährlich erhöhen. Das sei ein unzulässiger Eingriff in die Budgethoheit des Parlaments und die Volksinitiative daher möglicherweise unzulässig. Während Rot-Grün sich dieser Sichtweise relativ sicher ist, glaubt das Kitanetzwerk unbeirrt an die Zulässigkeit und die Erfolgschancen der Initiative. „Bitte bleibt in Lauerstellung, die Stimmung ist gut, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, heißt es auf der Homepage. Dazu die unmissverständliche Ankündigung: „Die Ini kommt!“