St. Pauli

Hamburger Unternehmen macht rechte Wahlwerbung zu Klopapier

So sieht das "normale" Goldeimer-Toilettenpapier aus

So sieht das "normale" Goldeimer-Toilettenpapier aus

Foto: Goldeimer

Das gemeinnützige Projekt Goldeimer will sich so für einen „hassfreien Wahlkampf“ einsetzen. Der Gewinn geht an Opfer rechter Gewalt.

Hamburg. „Hass hat in Deutschland wieder mal Konjunktur. Irgendwie ungut.“ Mit diesen Worten begründet Goldeimer, ein gemeinnütziges Unternehmen aus St. Pauli, seine höchst ungewöhnliche Aktion für einen hassfreien Wahlkampf. Bis zur Bundestagswahl will es mit Hilfe von Unterstützern „jedes Partei-Info-Material, das hetzt und hasst“ sammeln und so aus dem Verkehr ziehen. Aus den rohen Parolen soll samtweiches Toilettenpapier entstehen. Der Name der Sonderedition: „Scheißpapier – Hass ist für’n Arsch“.

„Das gesammelte Material wird in unser Recycling-Papier eingearbeitet“, sagt Malte Schremmer, der Goldeimer mit einigen Kommilitonen 2014 ins Leben gerufen hat. Im Zuge eines Studentenprojekts hatten sie einige Kompost-Toiletten als nachhaltige Alternative zu Dixie-Klos entwickelt.

Goldeimer-Toilettenpapier bei Budni

Heute ist Goldeimer auf rund 20 Festivals pro Jahr vertreten – in Norddeutschland unter anderem beim Hurricane- und Dockville-Festival und der Altonale. Neben der Nachhaltigkeit steht der weltweite Zugang zu sanitären Anlagen auf der Agenda des Unternehmens. Das geschieht in Kooperation mit der Initiative Viva con Aqua, die sich weltweit für einen verbesserten Trinkwasser-Zugang einsetzt.

Das „normale“ Goldeimer-Toilettenpapier, das mit Motiven des Hamburger Künstlers Rebelzer bedruckt ist, erfreut sich auch außerhalb der Festival-Plätze großer Beliebtheit. Verkauft wird es in den meisten Budni-Filialen – laut Schremmer gingen in den letzten eineinhalb Jahren 150.000 Packungen über den Ladentisch.

Bei der Sonderedition handelt es sich um unbedrucktes Recyclingpapier, das mit Banderole in einer Faltschachtel geliefert wird. Es kostet mindestens fünf Euro. Höhere Beträge sind willkommen, denn der Gewinn aus der Aktion geht an die Organisation CURA, die sich um Opfer rechter Gewalt kümmert. Weiter Informationen unter www.goldeimer.de oder www.scheisspapier.de.