Hamburg

Abendblatt-Autor Peter Schmachthagen ausgezeichnet

Peter M. Schmachthagen (Mitte) mit dem „Elbschwanenorden“. Neben ihm Laudatorin Sabine Witt und Hans Kaufmann vom Verein Deutsche Sprache

Peter M. Schmachthagen (Mitte) mit dem „Elbschwanenorden“. Neben ihm Laudatorin Sabine Witt und Hans Kaufmann vom Verein Deutsche Sprache

Foto: Marcelo Hernandez

Für seine besonderen Verdienste um die deutsche Sprache erhielt Peter M. Schmachthagen den „Elbschwanenorden“.

Hamburg.  Mit den Feinheiten und Spezialitäten unserer Sprache ist er vertraut wie kaum ein anderer. Und wenn es verzwickt wird, läuft er zur Hochform auf. Der Verein Deutsche Sprache verlieh dem Abendblatt-Autor Peter M. Schmachthagen am Dienstag den renommierten „Elbschwanenorden“. Damit werden Persönlichkeiten und Institutionen gewürdigt, die in besonderer Weise zur Pflege und Förderung der deutschen Sprache beitragen. Es handelt sich um eine Auszeichnung, nicht um einen Orden zum Umhängen.

„Für Peter Schmachthagen ist die deutsche Sprache mehr als nur ein Werkzeug für die Ausübung seines Berufs als Journalist und Autor; sie ist für ihn Lebenselixier und Leidenschaft“, sagte Hans Kaufmann, promovierter Historiker, im Namen der Vereinigung. Weltweit gehören dieser Bürgerbewegung 36.000 Mitglieder an. Gemeinsames Ziel ist es, Deutsch als „eigenständige Kultursprache zu fördern und ihre Zukunftsfähigkeit“ zu erhalten.

Träger sind Hellmuth Karasek und Achim Reichel

Was ungewöhnlich klingt, hat einen historischen Hintergrund: Die Bezeichnung „Elbschwanenorden“ geht zurück auf eine Literatenvereinigung, die anno 1658 von Pastor Johann Rist aus Wedel gegründet wurde. Seinerzeit galt es, Deutsch gegen das dominierende Französisch zu verteidigen. In den Vorjahren wurden zum Beispiel der Journalist Hermann Schreiber, der Literaturkritiker Hellmuth Karasek und der Liedermacher Achim Reichel ausgezeichnet. 2016 empfing die Hamburger Autorenvereinigung den Orden.

Sabine Witt von der Autorenvereinigung hielt nun im Gästehaus der Universität Hamburg an der Rothenbaumchaussee die Laudatio auf Nachfolger Peter Schmachthagen. Sätze des Preisträgers könne man sich „auf der Zunge zergehen“ lassen, sagte die Schriftstellerin.

Zuvor hatte Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider das Wort ergriffen. Unterhaltsam schilderte er den Redaktionsalltag – in Schmachthagens 26-jähriger Ära als Chef vom Dienst sowie heute mit ihm als Autor. „Die Leistung ist unvorstellbar. Wir sind alle deine Fans, lieber Peter“, sagte Haider.

Er setze sich für „ein klares, verständliches und gutes Deutsch ein“

In der Begründung für die aktuelle Würdigung heißt es: „Peter Schmacht­hagen ist der deutschen Sprache als Journalist, Kolumnist, Dialektforscher und Buchautor seit Jahrzehnten eng verbunden.“ In seinen wöchentlich verfassten Beiträgen und in seinen Büchern habe sich der 76-Jährige mit Wohnsitz bei Bad Oldesloe „anschaulich und humorvoll mit den Tücken und Besonderheiten der deutschen Sprache befasst“.

Seine Kolumne „Deutschstunde“ auf Seite zwei des Abendblatts sei für eine breite Leserschaft „zur Instanz“ geworden. Mit seinem gesamten Schaffen, das zudem eine Förderung des Plattdeutschen umfasst, setze sich Peter Schmachthagen für „ein klares, verständliches und gutes Deutsch“ ein.

Während der gut eineinhalbstündigen Zeremonie, die von Shin Ying Lin mit der Flöte und Katharina Hempel aus Reihen der Künstlervereinigung Gedok mit der Gitarre begleitet wurde, trat auch der neue Preisträger an das Rednerpult – frei, in gewohnt launiger, origineller und kampfeslustiger Manier. „Es geht nicht um mich, sondern um die Bewahrung der deutschen Sprache“, sagte er.

Schmachthagen liebte die Erzählkunst Karl Mays

Der studierte Germanist und Historiker Peter M. Schmachthagen ist dem Hamburger Abendblatt seit 1980 verbunden. Die deutsche Sprache ist von jeher seine Leidenschaft, schon als Schüler. Der Sohn eines Buchhändlers las stundenlang. So verschlang er als Junge sämtliche 72 Bände von Karl May, dessen Erzählkunst er liebte.

Heute hegt Schmachthagen zu Hause eine Bibliothek von mehr als 2000 Werken, darunter viele Fachbücher, auf Hoch- und Plattdeutsch. Einige seiner eigenen Werke wurden Bestseller; die Gesamtauflage liegt bei fast 200.000. Wegbegleiter und Freunde des Preisträgers wissen um dessen Faible für knifflige Fragen der Rechtschreibung und Grammatik. Mit Worten und Formulierungen zu jonglieren ist ihm höchstes Vergnügen. Fundierter Widerspruch in der Sache fordert ihn heraus. Und wenn ihm dann noch einer mit „Plattdüütsch“ kommt, ist das Vergnügen auf beiden Seiten.

Darüber wurde zum Ausklang der Feierstunde lustvoll gefachsimpelt – bei Häppchen und Getränken. Dann nahm Peter M. Schmachthagen seine Urkunde und fuhr heimwärts. Zu Hause wartete der Zwergschnauzer Amon auf sein Herrchen. Und am Freitag zu später Stunde fällt der Preisträger die Entscheidung, ob die HSV-Flagge in seinem Garten wieder auf Halbmast gezogen werden muss.