Plenum der Handelskammer

Verweigert Kammer ihrer alten Führung die Entlastung?

Der Hamburger Handelskammer-Präses Tobias Bergmann

Der Hamburger Handelskammer-Präses Tobias Bergmann

Foto: Andreas Laible / HA

Plenummitglieder werfen der ehemaligen Kammerführung verschwenderischen Umgang mit den Haushaltsmitteln vor.

Hamburg. Mit Spannung erwarten Hamburger Unternehmer die für morgen angesetzte Sitzung des Plenums der Handelskammer. Unter Punkt 6d der Tagesordnung sollen die Kammerparlamentarier über die Annahme des Jahresabschlusses 2016 abstimmen und den Vorstand sowie den Hauptgeschäftsführer entlasten. In der Vergangenheit war das ein Routinevorgang. Doch seit sich die Machtverhältnisse in der Wirtschaftsvertretung geändert und die Kammerrebellen das Sagen haben, gilt die Abstimmung als hochbrisant.

Fehlende Transparenz vorgeworfen

Der für die Finanzen der Kammer zuständige Innenausschuss, sowie die unabhängige Finanzkommission haben den Jahresabschluss zwar bereits durchgewinkt und dessen Annahme empfohlen. Aus Kreisen erfuhr das Abendblatt aber, dass zumindest ein Teil des Bündnisses „Die Kammer sind WIR“ um Präses Tobias Bergmann der Bilanz die Zustimmung verweigern will und eine Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung ablehnt. Die Plenummitglieder werfen der ehemaligen Kammerführung verschwenderischen Umgang mit den Haushaltsmitteln und fehlende Transparenz vor.

Nachfolger für Schmidt-Trenz gesucht

Ebenfalls auf der Tagesordnung steht eine neue Festlegung für das Gehalt des künftigen Hauptgeschäftsführers der Kammer. Der Posten soll im Oktober nachbesetzt werden, weil der alte Amtsinhaber Hans-Jörg Schmidt-Trenz Anfang Mai gehen musste. Mit einem Gehalt von rund 500.000 Euro im Jahr war er den Kammer-Rebellen zu teuer. Sie hatten im Wahlkampf versprochen, dass der künftige Geschäftsführer nur noch so viel wie ein Wirtschaftssenator, also rund 150.000 Euro pro Jahr, verdienen dürfe. Inzwischen sind 180.000 Euro im Gespräch – auch die Pensionsansprüche eines Senators müssten berücksichtigt werden, heißt es.