Traditionsreederei

Wie lange bleibt Hamburg Aktionär von Hapag-Lloyd?

Ein Containerschiff der Hapag-Lloyd (Symbolbild)

Ein Containerschiff der Hapag-Lloyd (Symbolbild)

Foto: dpa

Verwirrung um Aussagen von Finanzsenator zu Beteiligung an Reederei. Nachrichtenagentur hatte ein Gespräch veröffentlicht.

Hamburg. Der Ausspruch war beachtlich: „I want my money back. Ich will mein Geld zurück“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) 2012, als er Hamburgs Anteil an der Reederei Hapag-Lloyd aufstockte. Mit dem Zitat der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher brachte der Bürgermeister zum Ausdruck, dass das Engagement der Stadt bei Hamburgs Traditionsreederei zeitlich begrenzt sei, und die Anteile irgendwann wieder verkauft würden.

Die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte am Mittwoch ein Gespräch mit Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD), in dem dieser erklärt habe, dass Hamburg dauerhaft an Hapag-Lloyd beteiligt bleiben wolle. Reuters zitiert Tschentscher mit den Worten: „Die Sicherung des Standorts von Hapag-Lloyd in Hamburg hat für die Stadt eine große Bedeutung.“ Damit rücke die Landesregierung von ihrer bisherigen Haltung ab, schrieb die Nachrichtenagentur.

Verluste beim Anteilsverkauf ersparen

Tschentschers Sprecher bestätigte diese Interpretation jedoch nicht: „Hamburg bleibt auf absehbare Zeit ein wichtiger Aktionär von Hapag-Lloyd.“ Nur das sei das autorisierte Zitat des Senators, sagte der Sprecher dem Abendblatt. Klar ist aber, dass die Diskussion über Hamburgs Beteiligung an der Reederei neue Nahrung erhält. Schon seit Längerem ist aus dem Rathaus zu vernehmen, dass es einen Dissens zwischen den Fraktionen von SPD und Grünen sowie dem Senat darüber gibt, wie lange Hamburg seine Anteile an Hapag-Lloyd noch halten soll.

Um der Stadt Verluste beim Anteilsverkauf zu ersparen, müsste der Kurs der Hapag-Lloyd-Aktie weiter steigen: Mit aktuell 34 Euro ist die Aktie noch nicht dort, wo Hamburg sie gern hätte. Ein konkretes Kursziel nannte Tschentscher Reuters zufolge jedoch nicht. Von den knapp 52 Euro, zu denen die Hansestadt 2009 eingestiegen war, ist das Papier noch weit entfernt. Seither wurde der Wert der Beteiligung mehrfach in den Büchern herabgesetzt. Seit 2015 werden die Anteile mit 34 Euro je Aktie bilanziert. Hamburg ist mit knapp 15 Prozent drittgrößter Hapag-Lloyd-Eigner nach dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und der chilenischen Reederei CSAV.