Luxushotel

Wasserschaden: Eröffnung von The Fontenay verzögert sich

Betroffen sei ein wichtiger Schlüsselbereich für das gesamte Haus. Daher wird das Luxushotel vorerst nicht im Oktober eröffnen.

Hamburg. Das ist eine bittere Nachricht für Milliardär und HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne: Der Eröffnungstermin für sein Luxushotel The Fontenay an der Außenalster ist erneut geplatzt – statt am 15. Oktober soll es nun Mitte Dezember losgehen. Schuld ist ein Wasserschaden im Untergeschoss des futuristischen Neubaus. „Leider ist von dem unvorhersehbaren Wasserschaden ein wichtiger Schlüsselbereich für das gesamte Haus betroffen“, sagt der geschäftsführende Direktor Thies Sponholz.

Die Folgen sind verheerend. So müssen laut Sponholz rund 1000 Qua­dratmeter Fliesen und Estrich sowie diverse, bereits fertiggestellte Bereiche wieder aufgebrochen werden. Die gute Nachricht: „Die Zimmer und die öffentlichen Bereiche sind nicht von dem Schaden betroffen, ihre Fertigstellung steht unmittelbar bevor“, sagt Sponholz. 360 Bauarbeiter sind im Einsatz.

Ursprünglich sollte es Mitte 2016 losgehen

Die edlen Teppiche werden in Kürze geliefert, die Möbel in den Zimmern und öffentlichen Bereichen aufgebaut, und das Parkett in der Bar in der siebten Etage ist auch schon verlegt. „Wir bauen weiter und bereiten alles für die Eröffnung vor. Wenn der Wasserschaden behoben ist, können wir auch endlich die ersten Gäste ab Mitte Dezember empfangen“, sagt Sponholz.

Der Direktor steht auf der Auffahrt vor dem Brunnen, der aus 2200 Mosaiksteinen gefertigt wurde, und schaut auf das geschwungene Gebäude. „Wir haben uns schweren Herzens für die Verschiebung des Eröffnungstermins entschieden, weil wir schon viele Buchungen für die Zimmer, die Restaurants und Banketträume hatten. Aber wir wollten im Sinne der Gäste proaktiv und offen vorab agieren“, sagt Sponholz.

Reaktionen meist positiv

Auch Hunderte Hamburger, die ein spezielles Eröffnungsangebot des Hauses für eine Übernachtung gebucht hatten, sind betroffen. „Alle Gäste werden zurzeit informiert“, sagt Sponholz. Die Reaktionen seien meist positiv gewesen. Die Gäste hätten Verständnis gezeigt, denn so ein Wasserschaden sei höhere Gewalt, so Sponholz weiter.

Die Eröffnung des Hauses musste bereits mehrfach verschoben werden. Ursprünglich hatte sich Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, der in Hamburg geboren wurde und heute in der Schweiz lebt, den Sommer 2016 als Eröffnungstermin gesetzt. Die erneute Verschiebung soll der 80-Jährige mit Fassung getragen haben. Einmal im Monat informiert sich Kühne persönlich vor Ort über die Entwicklung seines Bauvorhabens.

Bestes Hotel Deutschlands werden

Die Inneneinrichtung trägt die Handschrift seiner Frau Christine. Für beide ist das The Fontenay eine Herzensangelegenheit. In einem Abendblatt-Interview hatte Kühne einst betont: „Das Haus soll sich durch einen erstklassigen Service und eine besondere Atmosphäre auszeichnen.“ Der Unternehmer nennt bereits die Nobelherberge Castell Son Claret auf der Ferieninsel sein eigen, die als eine der besten Adressen der Insel gilt.

Auch für das The Fontenay hat Kühne schon im Vorfeld die Messlatte extrem hoch gelegt: Das Haus solle das „beste Hotel Deutschlands“ werden, kündigte er an. Umso ärgerlicher dürften die mehrfachen Verschiebungen des Eröffnungstermins sein. Das Hotel an der Außenalster hat 131 Zimmer und Suiten. Über den Dächern der Stadt liegt der rund 1000 Quadratmeter große Wellnessbereich mit einem 20-Meter-Pool, Saunen und eigener Terrasse, der auch weitgehend fertiggestellt ist.

Gourmet-Restaurant in der achten Etage

Hinzu kommen das Garten-Restaurant mit großer Terrasse im Erdgeschoss und ein Gourmet-Restaurant in der achten Etage – dort ist der Schweizer Sternekoch Cornelius Speinle für die Küche verantwortlich. Zudem gibt es eine Lobby-Bar und eine weitere in der siebten Etage mit spektakulärem Alsterblick. Das Haus entstand auf dem Areal des ehemaligen Intercontinental Hotels, das 2014 abgerissen wurde.

Sein Team hat Thies Sponholz, der zuletzt das Luxushotel De Rome unweit vom Brandenburger Tor in Berlin leitete, inzwischen fast zusammen. 180 Arbeitsverträge sind schon unterschrieben, dass Ziel sei, insgesamt rund 220 Mitarbeiter zu haben.

Projekt kostet weit mehr als 100 Millionen Euro

Wie hoch die Investition in das Hotelprojekt ist, wurde nie kommuniziert. In Branchenkreisen ist von weit mehr als 100 Millionen Euro die Rede. Mit jeder Verzögerung steigen nun die Kosten für den Bau. Nach Abendblatt-Informationen wurden auch immer wieder Firmen, die an dem Bau beteiligt sind, ausgetauscht. Einige konnten dort schlichtweg aufgrund der Verzögerungen nicht mehr arbeiten, weil sie andere Aufträge zugesagt hatten.

Thies Sponholz aber will seinen Blick in die Zukunft richten. „Mein Team und ich können kaum noch den Moment erwarten, wenn die ersten Gäste bei uns einchecken und dieses außergewöhnliche Hotel mit Leben erfüllt wird.“ Sein Ziel: „Das The Fontenay soll ein Abbild des modernen Hamburgs werden.“