Verkehr in Hamburg

Schwerverletzte bei Unfällen – weil Straßen so schlecht sind

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Jens Meyer-Wellmann
Seit Anfang 2016 hat es in Hamburg insgesamt 32 Unfälle gegeben, die von der Polizei auf den schlechten Zustand der Straßen zurückgeführt wurden (Symbolfoto)

Seit Anfang 2016 hat es in Hamburg insgesamt 32 Unfälle gegeben, die von der Polizei auf den schlechten Zustand der Straßen zurückgeführt wurden (Symbolfoto)

Foto: Michael Arning / HA

Autofahrer fordern Schadenersatz von der Stadt, weil ihre Fahrzeuge beschädigt wurden. Wo sich die meisten Unfälle ereignen.

Hamburg. Gerade erst hat SPD-Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof eine positive Trendwende beim Zustand der Hamburger Straßen verkündet. Dass noch sehr viel zu tun bleibt, zeigen derweil aktuelle Senatszahlen. Demnach hat es seit Anfang 2016 in Hamburg insgesamt 32 Unfälle gegeben, die von der Polizei auf den schlechten Zustand der Straßen zurückgeführt wurden.

Kaputte Straßen: CDU kritisiert Verkehrspolitik

Dabei wurden vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Insgesamt 75-mal haben Autofahrer Schadenersatzansprüche gegen die Stadt geltend gemacht, weil ihre Fahrzeuge beschädigt wurden. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering hervor.

Lediglich 9678 Euro an Fahrer ausgezahlt

Demnach forderten Autofahrer von der Stadt insgesamt 52.669 Euro, weil ihre Fahrzeuge durch den schlechten Zustand der Straßen beschädigt worden seien. Die Stadt erkannte jedoch in der Summe weniger als ein Fünftel der Ansprüche an und zahlte lediglich 9678 Euro an betroffene Fahrer aus.

Die meisten Schadenersatzansprüche wurden im Bezirk Wandsbek gestellt (28 Fälle), gefolgt von Hamburg-Mitte (21) und Harburg (elf). Am besten steht es um die Straßen, zumindest nach dieser Statistik, in Hamburg-Nord. Dort stellte seit Anfang 2016 nur ein Fahrzeugbesitzer einen Antrag auf Schadenersatz.

Viele Unfälle in Wandsbek

Bei der Zahl der Unfälle, die von der Polizei auf Straßenschäden zurückgeführt wurden, liegt ebenfalls Wandsbek vorn – mit insgesamt elf Fällen. Auch hier folgen Mitte (acht Fälle) und Harburg (sieben). Hintergrund der Erhebung ist eine Änderung in der Verkehrsunfallstatistik. Darin werden seit 2016 auch Straßenschäden als Unfallursachen erfasst.

Die Senatsantwort belegt auch, dass selbst gravierende Straßenschäden oft nicht zeitnah behoben werden. Der Senat listet 25 Straßen auf, die seit Anfang 2016 trotz schwerer Schäden nicht sofort repariert wurden. Dort wurden stattdessen teilweise für länger als ein Jahr Warnschilder mit dem Schriftzug „Achtung Straßenschäden!“ aufgestellt – allein 15-mal im Bezirk Wandsbek. In 21 Straßen stehen diese Schilder bis heute. CDU-Verkehrspolitiker Thering warf dem Senat vor, er vernachlässige die Verkehrssicherheit.

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