Verkehrsunfälle

Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte in Hamburg

Ein eher seltener Unfall in Hamburg: Ein PKW kollidierte mit einem Streifenwagen

Ein eher seltener Unfall in Hamburg: Ein PKW kollidierte mit einem Streifenwagen

Foto: Michael Arning / HA

Innensenator Andy Grote und die Polizei Hamburg stellten am Donnerstag die Verkehrsunfallstatistik 2016 vor.

Hamburg. Die gute Nachricht zuerst: 2016 verunglückten fast 300 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen in Hamburg als noch im Jahr zuvor. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die Innensenator Andy Grote (SPD), Polizeipräsident Ralf Meyer und Ulf Schröder, der Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg am Donnerstag vorstellten.

Während die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten im Vergleich zum Vorjahr anstieg (2015: 20, 2016: 29), gingen die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten jeweils deutlich zurück: Verzeichnete die Polizei 2015 9223 Leicht- und 880 Schwerverletzte, waren es im vergangenen Jahr 8971 respektive 830. Insbesondere bei Unfällen mit Kindern war eine positive Tendenz beobachten: So wenige Kinder wie 2016 verunglückten nie zuvor im Hamburger Vekehrsgeschehen.

Gesamtzahl der Verkehrsunfälle gestiegen

Die Unfälle mit "schwächeren" Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern und Motorradfahrern entwickelten sich unterschiedlich. Während die Verkehrsunfälle mit Fußgängern deutlich zurückgingen (2015: 1535, 2016: 1440) und die mit Radfahrern trotz zunehmendem Radverkehr annähernd gleich blieben (2015: 3242, 2016: 3230) nahm die Anzahl der Unfälle mit Motorradfahrern leicht um 1,6 Prozent zu (2015: 857, 2016: 871), nachdem in den vergangenen Jahren ein Rückgang festgestellt wurde.

Die alkohol- und drogenbedingten Verkehrsunfälle stiegen ebenfalls an: 1005 Unfälle verzeichneten die Beamten, bei denen Alkohol oder andere Drogen eine Rolle spielten, der überwiegende Teil (804) der Beteiligten war alkoholsiert. Bei den 201 festgestellten Unfällen unter Drogeneinfluss geht die Polizei nach wie vor von einer großen Dunkelziffer aus. Die stark gestiegene Zahl der registrierten Fälle (2015: 135) sei auch auf die Verdoppelung der Anzahl der besonders geschulten Beamten zurückzuführen. Insgesamt stünden nun 50 speziell ausgebildete Polizisten zur Verfügung, um Drogendelikte im Straßenverkehr insgesamt und nach Unfällen festzustellen.

Insgesamt 68.404 Mal krachte es 2016 auf Hamburgs Straßen, das entspricht einem Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (67.197). Die häufigsten Ursachen für Unfälle sind laut Polizei Hamburg überhöhte Geschwindigkeit und mangelnder Sicherheitsabstand. Innensenator Grote kündigte an, man werde die "intensiven Maßnahmen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen konsequent fortsetzen und teilweise noch ausweiten". Grote weiter: "Dazu gehören nicht nur die Überwachung von Geschwindigkeits-, Abstands- und Rotlichtverstößen, sondern auch Kontrollen hinsichtlich der Nutzung von Smartphones und anderen ablenkenden Geräten."