Nach G20-Krawallen

Hamburger CDU fordert Schließung der Roten Flora

Rote Flora: Das Hamburger Schanzenviertel nach den Krawallen beim G20-Gipfel

Rote Flora: Das Hamburger Schanzenviertel nach den Krawallen beim G20-Gipfel

Foto: HA

Seit 28 Jahren ist das Haus Kathedrale des linken Widerstands gegen Staatsgewalt. Seit 2014 gehört es einer städtischen Stiftung.

Hamburg. Nach den schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg fordert die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft die Schließung der Roten Flora. „Als Zentrum des Linksextremismus, das Sympathien für die brutale Gewalt der vergangenen Tage hat und das die militanten Linksextremisten nach Hamburg eingeladen hat, kann es nur eine Konsequenz geben: die Rote Flora muss geschlossen werden“, sagte CDU-Innenpolitiker Dennis Gladiator und fügte hinzu: „Für linke Gewalt und Linksextremismus darf es keinen Platz in Hamburg geben.“

Der Senat müsse erklären, wie es zu diesem „Ausnahmezustand und der unkontrollierten Gewalt“ kommen konnte, so Gladiator. „Der Erste Bürgermeister und die rot-grüne Koalition werden nicht behaupten können, diese Gewalt hätte sie überrascht. Denn das, was wir in den vergangenen Tagen erlebt haben, war so von den Linksextremisten angekündigt worden.“ Der CDU-Abgeordnete verwies darauf, dass er schon am 12. April in der Bürgerschaft diese kriminellen Androhungen zitiert habe, SPD und Grüne hätten aber von „überzogenem Alarmismus“ gesprochen.

2014 kaufte der neue SPD-Senat das Haus für 820.000 Euro zurück

Das 1889 als Theater eröffnete Gebäude wurde 1989 von Autonomen besetzt, um den Abriss und Neubau eines neuen Musicaltheaters zu verhindern. Diese „Neue Flora“ entstand daraufhin ein paar Hundert Meter weiter an der Stresemannstraße. 2001 verkaufte die Stadt das heruntergekommene Gebäude für 370.000 Mark an den Kulturinvestor Klausmartin Kretzschmer. Infolge kam es zwar immer wieder zu Ausschreitungen im Umfeld der „Flora“, aber auch die CDU-geführten Senate unter Ole von Beust und Christoph Ahlhaus (2001 bis 2011) tasteten den Staus quo des autonomen Zentrums nicht an. Erst 2014 kaufte der neue SPD-Senat das Haus für 820.000 Euro zurück – es gehört seitdem der städtischen Lawaetz-Stiftung.