Wilhelmsburg

Zerschlagene Scheiben am 1. Mai als Protest gegen Türkei

Vermummte hatten in Wilhelmsburg die Scheiben von türkischen Geschäftsleuten und einer Bank eingeworfen. Bekennerschreiben aufgetaucht.

Hamburg. Es waren eher ungewöhnliche Ausschreitungen an einem insgesamt ungewöhnlich ruhigen 1. Mai. Am Abend zogen etwa 30 Vermummte durch die Veringstraße in Wilhelmsburg, weit weg von der Roten Flora. Sie warfen die Scheiben eines Kiosks, eines Gemüsehändlers und einer Filiale der Deutschen Bank ein und verschwanden wieder.

Welchen Hintergrund die Taten haben, war zunächst unbekannt. Allerdings gibt es ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben, dass den Glasbruch als politischen Protest gegen die Situation in der Türkei verstanden sehen will. In dem Pamphlet ist die Rede davon, dass man an einem unerwarteten Ort zugeschlagen habe und stellt in Aussicht, dass zum G20-Gipfel weitere "Aktionen" an unerwarteten Orten stattfinden würden.

Angegriffene Orte sollen von Erdogan-Anhängern betrieben werden

Auch eine "Erklärung" dafür, warum die Geschäfte angegriffen wurden, gibt es: So habe der Kioskbetreiber für ein Ja beim Verfassungsreferendum in der Türkei geworben, der Gemüsehändler gilt den Steineschmeißern als Unterstützer der AKP. Warum auch die Deutsche Bank angegriffen wurde – dafür gibt es keine direkte Begründung, die antikapitalistische Rhetorik des Pamphlets legt aber allgemeine Ablehnung von Banken nahe.

Laut Polizei ermittelt der Staatsschutz, die Authentizität des Schreibens werde augenblicklich geprüft.