G20-Gipfel

Polizei rechnet mit 8000 gewaltbereiten Linksextremen

Schon im Vorfeld gab es Demos gegen den G20-Gipfel, die bisher friedlich verliefen

Schon im Vorfeld gab es Demos gegen den G20-Gipfel, die bisher friedlich verliefen

Foto: Michael Arning / HA

Die militanten G20-Gegner sollen auch aus dem skandinavischen Raum, Italien und den USA kommen. Hamburger Polizei ist gerüstet.

Hamburg. Bisher war nach offiziellen Angaben der Innenbehörde von „mindestens 4000“ gewaltbereiten Linksextremen die Rede, mit denen man beim G20-Gipfel in Hamburg am 7./ 8. Juli rechnen müsse. Diese Einschätzung hat sich nun deutlich verändert. Wie aus einem Lagebild des Hamburger Staatsschutzes im Landeskriminalamt (LKA) hervorgeht, stellen sich die Behörden auf bis zu 8000 militante G20-Gegner ein.

Polizeisprecher Timo Zill bestätigte diese Zahl, die auch bereits Thema im Innenausschuss war (das Abendblatt berichtete), auf Anfrage. Die Hamburger Polizei sei für das Szenario gerüstet. „Auch mit diesem Potenzial werden wir umgehen können“, sagte Zill.

Krawallmacher aus Skandinavien erwartet

Wie es in dem LKA-Bericht heißt, werde auf „breiter Basis“ bundesweit für G20 mobilisiert. Allein aus Berlin werden mehrere Hundert Linksextreme und Autonome erwartet. Hinzu kommen potenzielle Krawallmacher aus dem Ausland, beispielsweise aus dem skandinavischen Raum sowie aus Italien und Griechenland, Kanada und den USA.

Auf Anfrage bestätigte der finnische Security Intelligence Service, das Pendant zum deutschen Verfassungsschutz, dass finnische Extremisten planen, zum G20-Gipfel nach Hamburg zu reisen. Allerdings handele es sich dabei um eine „nicht sehr große Gruppe“.

Strecke der Großdemo noch unklar

Laut „Bild“ wollen sich gewaltbereite Linke nicht nur an der Demo vor der Roten Flora am 6. Juli beteiligen, sondern sich auch unter die Teilnehmer der Großdemo am 8. Juli mischen. Diese Demo unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität statt G20“ wird von einem breiten linken Bündnis getragen.

Noch ist unklar, welchen Weg der Aufzug nehmen wird. Zuletzt hatte sich Innensenator Andy Grote (SPD) gegen das von den Organisatoren favorisierte Heiligengeistfeld als Ort der Abschlusskundgebung ausgesprochen.