Blankenese

Osterfeuer-Kompromiss am Elbstrand – mit Anwalt und Notar

| Lesedauer: 8 Minuten
Katy Krause und Edgar S. Hasse

Als der Bezirk das Holz vormittags von der Elbe abholen wollte, stellten sich Hamburger in den Weg. Nun gibt es einen Kompromiss.

Hamburg. Am Elbstrand brandet am Sonnabendvormittag plötzlich lauter Jubel auf: Zahlreiche Menschen feiern das Einlenken der Hamburger Behörden. Ein Kompromiss im Streit um die Blankeneser Osterfeuer ist gefunden.

Das Bezirksamt Altona sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei und Hamburg Port Authority (HPA) dulden den weiteren Aufbau der riesigen Feuerhaufen am Elbstrand. „Wir setzen uns um 20 Uhr mit den Erbauern der Feuerhaufen noch einmal zusammen. Wenn weniger als Windstärke 5 vorherrscht, kann angezündet werden“, sagte Kersten Albers nach Krisengesprächen mit den Helfern und Vertretern der Stadt.

Wütende Hamburger erzwingen Oster-Kompromiss

Der stellvertretende Altonaer Bezirksamtschef war persönlich am Strand erschienen, bahnte sich in Gummistiefeln den Weg durch die wütenden Hamburger und versuchte die Wogen zu glätten. Mit Erfolg. Stunden zuvor standen die Zeichen deutlich anders. Die Entscheidung war getroffen: Die traditionellen Osterfeuer sollten aus Sicherheitsgründen und wegen der vorhergesagten starken Windböen nicht angezündet werden, das bereits an den Strand geschleppte Material sollte weg – hieß es vom zuständigen Bezirksamt Altona um 9.30 Uhr.

Doch die Behörden hatten ihre Rechnung nicht mit den engagierten Blankenesern gemacht, die seit Jahrzehnten die Osterfeuer abhalten. In kurzer Zeit organisierten sie den Protest, stellten sich den angerückten Lastwagen und Mitarbeitern der HPA, die das Material des ersten Osterfeuers am Yachthafen fortschaffen wollten, gemeinsam in den Weg. „Das Bezirksamt bringt Kinder zum Weinen“ oder „Ihr tötet Ostern“ stand auf Plakaten, die die teils auch ganz jungen Helfer hochhielten.

"Wir haben Wind aus Nordwest – besser geht es nicht“

Die Stimmung war am Kochen. Was die Osterfeuer-Fans so erzürnte? Im Vorwege waren die Regeln für das diesjährige Osterfeuer am Blankeneser Elbstrand genau abgesprochen worden. Die Ansage vom Bezirksamt Altona lautete: Bei Südwind, der die Funken gen Elbhügel und somit in Richtung der reetgedeckten Häuser im Treppenviertel treibt, bleiben die Feuer aus. Das Problem: Für heute Abend sind starker Wind und teilweise Böen angesagt, aber aus nordwestlicher Richtung.

„Wir haben uns an alle Absprachen gehalten. Der Einzige, der sich daran nicht halten will, ist der Bezirk. Es war nie die Rede von Windstille. Die Dächer sind durch den Regen nass und wir haben Wind aus Nordwest – besser geht es nicht“, kritisiert der Blankeneser Anwohner und Anwalt Walter Scheuerl. „Das ist eine solche Farce, die hier läuft“, ärgerte sich auch ein Blankeneser Notar, der eine Kanzlei an der Mönckebergstraße hat. "Am Ende", sagte Scheuerl am Sonnabendnachmittag dem Abendblatt, "waren es vor allem die Anwohner mit ihren Protesten, die dazu beigetragen haben, dass es einen Kompromiss gibt."

Blankeneser stellen Feuer-Wachen auf

Anwalt und Notar versprachen, stellvertretend für die zahlreichen Helfer, dass die Feuer am Abend aus bleiben, wenn die Wetterlage es aufgrund starker Böen nicht zulasse. "Wir haben einen Deal mit dem Bezirksamt gemacht", so Scheuerl. Er sagte zu, dass die Aufbauer dann Wachen stellen, die auch über Nacht dafür Sorge tragen, dass niemand die Holzscheite anzündet.

Tritt dieser Fall ein, würden die Feuer dann am Ostersonntag kontrolliert abgebrannt werden. Damit war ein Einsatz der Lastwagen und der Mitarbeiter von HPA am Sonnabendmorgen nicht nötig. „Die Feuerbauer stehen dafür ein“, sagte Bezirkspolitiker Albers. „Das ist ein guter Kompromiss und so wurde gemeinsam eine weitere Eskalation verhindert.“

CDU-Abgeordneter: "Lange Tradition"

Unterdessen gibt es erste politische Kritik am Handeln des Bezirksamtes Altona. Der CDU-Innenexperte Dennis Gladiator, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sagte dem Abendblatt: "Es ist bedauerlich, dass das Bezirksamt immer wieder die Osterfeuer unterbinden will. Diese haben eine lange und gute Tradition, und ich hoffe sehr, dass alles dafür getan wird, dass die Osterfeuer sicher stattfinden können."

Tipps für schlechtes Oster-Wetter

Wie auch immer: Trotz miesen Wetters kann das Osterfest schön werden. Vorausgesetzt, das Ziel des Osterausflugs stimmt. Das Abendblatt hat für diesen Fall einige Tipps zusammengestellt:

Die Residenzstadt Eutin empfängt die Besucher mit herzoglichem Glanz. Einst eine mittelalterliche Bischofsburg, entwickelte sich das Backsteinschloss zur Residenz regionaler Fürstbischöfe. Im Jahr 1749 begegneten sich hinter den Schlossmauern zwei Kinder zum ersten Mal: Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg (11) und Herzog Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf (12). Aus dem Jungen wurde später der russische Zar Peter III. und aus der kleinen Sophie seine Gemahlin Katharina die Große. Dieser Geschichte kann man nachspüren. Das Eutiner Schlossmuseum hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet acht Euro. Der Park ist frei zugänglich. Weitere Infos bekommen Sie unter: 04521-709 50.

Auf in die Bärenhöhle!

Nur wenige Kilometer von Eutin entfernt startet gerade der Hansa-Park Sierksdorf in die neue Saison. Wenn der Osterwind zu stark bläst, können zahlreiche Indoor-Angebote besucht werden. Zum Beispiel ein nachgebautes Handelshaus deutscher Kaufleute in Venedig. Die "Fondaco die Tedeschi" bietet spannende Mitmachmöglichkeiten für Kinder, darunter eine Softball-Schießanlage mit 16 Kanonen. Nebenan können sich die Eltern im Café entspannen. Ins Dunkle lockt derweil eine Bärenhöhle. Vor Regen sicher sind ebenfalls Varieté-Show und Südsee-Höhlen. Hansa-Park Sierksdorf ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 37 Euro Eintritt, Kinder von 4 bis 14 Jahren 29 Euro. Weitere Informationen: 04563-47 40.

Mit der Giraffe auf Du und Du

Im Serengeti-Park Hodenhagen können die Besucher vor Wind und Wetter geschützt im eigenen Pkw auf Safari gehen. In Europas größtem Safaripark leben unter naturnahen Bedingungen 1500 Wildtiere. Neu ist die "Indoor-Safari", eine 1000 Quadratmeter große Abenteuer-Spielhalle für jedes Wetter. Wer seinen Wagen lieber stehen lassen will, kann an einer Serengeti-Busführung teilnehmen. Frei laufende Löwen, Tiger, Giraffen, Nashörner, Kamele können aus nächster Nähe beobachtet werden. Der Serengeti-Park ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Woche­n­en­den von 10 bis 18 Uhr. Die Kassen sind bis 16 Uhr geöffnet. Kinder zahlen 25,50 Euro Eintritt, Erwachsene 32,50 Euro. Weitere Informationen unter: 05164-979 90.

Gemütlich auf der Elbe schippern – dazu lädt die Bergedorfer Schifffahrts­linie an Bord. Es geht mit mehreren Törns durch die Vier- und Marschlande. Abends wird ein italienisches Büfett serviert. Weitere Informationen unter: www.barkassenfahrt.de.

Osterhasen und Fischottern

Wer Ostereier ausgerechnet zwischen Mardergehegen suchen will, ist im niedersächsischen Otter-Zentrum Hankensbüttel genau richtig. Gleich am Eingang des Zentrums, in dem Fischotter genauso wie Dachse, Hermeline, Steinmarder, Iltisse und Nerze zu Hause sind, begrüßen frisch geschlüpfte Osterküken der seltenen Lachshühner die Gäste. Das Otter-Zentrum hat Karfreitag bis Ostermontag von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 9 Euro (Erwachsene), Kinder ab 5,50 Euro. Weitere Infos unter: 05832- 980 80.

Heißer Harz

Schwitzend und im Solewasser schwebend lässt sich das Fest in der Kristalltherme Altenau im Harz genießen. Im heißen Outdoor-Hexenzuber kann man sogar Dauerregen und Starkwind ertragen. Das Team plant in der Saunalandschaft diverse Osteraufgüsse. Mehrere Innen- und Außenbecken mit einer Solekonzentration von 1,5 bis immerhin zwölf Prozent laden zum Baden ein. Kristalltherme "Heißer Brocken", Karl-Reinecke-Weg 35, Altenau. Eintritt ab 12 Euro. Weitere Informationen unter Telefon 05328- 91 15 70.

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