Hamburg

28 Millionen Euro für Vermarktung von Gewerbeflächen

Ein Immobilienangebot in Hamburg (Symbolbild)

Ein Immobilienangebot in Hamburg (Symbolbild)

Neue Gesellschaft soll in Hamburg 90 Hektar entwickeln und vermarkten – vor allem in Bergedorf, Harburg und Hamburg-Mitte.

Hamburg. Der Hamburger Senat will die Vermarktung städtischer Gewerbeflächen schneller und unkomplizierter gestalten. Von der Flächenentwicklung über Werbung und Kundenansprache bis zum Kaufvertrag soll künftig alles in der Hand der Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft (HIE) liegen, einer neu gegründeten Tochter der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF).

Durch diese Aufgabenbündelung hätten Firmen auf der Suche nach Gewerbe- und Industrieflächen nur noch einen Ansprechpartner auf Seiten der Stadt, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). „Dies erspart ihnen viele Wege und reduziert den Verwaltungsaufwand.“ Grundsätzlich gehe es darum, „die Wirtschaftskraft in Hamburg zu stärken, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Beschäftigung am Standort zu sichern“ , so Horch.

Die größten Areale liegen am Curslacker Neuer Deich

Die HIE wird von der Wirtschaftsbehörde und der HWF mit 28 Millionen Euro Startkapital ausgestattet, das sie vor allem zur Entwicklung und Vermarktung von Flächen einsetzen soll. Knapp 90 Hektar, auf denen bislang der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen den Daumen hatte, bekommt die HIE zunächst zur Verfügung. Jeweils gut 20 Hektar liegen in den Bezirken Bergedorf, Harburg und Hamburg-Mitte, knapp zehn Hektar steuern Altona und Wandsbek bei, während es in Eimsbüttel (3,1 Hektar) und Hamburg-Nord (2,2) kaum Gewerbeflächen gibt. Die größten Areale liegen am Curslacker Neuer Deich in Bergedorf (12 Hektar) und am Fürstenmoordamm in Heimfeld (11,8).

„Diese Flächen können wir jetzt sofort vermarkten“, betonte HWF-Geschäftsführer Rolf Strittmatter. An dem Gelingen zweifle er nicht: Pro Jahr setze die Stadt schon jetzt rund 40 Hektar Gewerbefläche um, und die Nachfrage sei noch größer. Der neue Logistikpark „HUB+ Neuland“ zeige, dass in Hamburg Ansiedlungen mit vielen Arbeitsplätzen möglich seien, „wenn es geeignete Flächen gibt“, so Strittmatter.

Die Handelskammer begrüßte den Schritt: „Die Gründung entspricht einem langjährigen Wunsch der Hamburger Wirtschaft und ist ein Meilenstein für die Flächenentwicklung und -vergabe in unserer Stadt“, sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz. „Damit gewinnen wir bei der Flächenvergabe Tempo und Wettbewerbsfähigkeit.“ FDP-Wirtschaftspolitiker Michael Kruse übte dagegen Kritik: Der Grundgedanke, der HWF Zugriff auf Gewerbe- und Industrieflächen zu verschaffen, sei zwar richtig. „Leider verpasst der Senat die Chance, alle städtischen Flächen dort zu bündeln und aus einer Hand anzubieten. Auch der zentrale Engpass – das Einholen behördlicher Genehmigungen – wird durch die neue Konstruktion nicht behoben.“