Behörden

Hamburger Senat stoppt sachgrundlose Befristungen

Andreas Dey
Berthold Bose, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Ver.di

Berthold Bose, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Ver.di

Foto: Markus Scholz / dpa

Künftig gilt: Ein Regelarbeitsverhältnis ist dauerhaft zu schließen, sachgrundlose Befristungen sollen ausgeschlossen sein.

Hamburg.  Gute Nachricht für Hunderte Mitarbeiter der Stadt mit einem befristeten Arbeitsverhältnis: Der rot-grüne Senat hat allen Behörden, Ämtern und Landesbetrieben die Anweisung erteilt, dass Befristungen überall dort, wo kein vernünftiger Grund dafür vorliegt, abzuschaffen sind. Künftig gelte: Ein Regelarbeitsverhältnis ist dauerhaft zu schließen, sachgrundlose Befristungen sollen ausgeschlossen sein. Befristungen mit Begründung sollen zwar noch möglich sein, aber spätestens alle zwei Jahre muss überprüft werden, ob der Befristungsgrund noch gegeben ist. Ist das nicht der Fall, soll ein festes Arbeitsverhältnis angeboten werden.

Wichtig für Lebensplanung

„Das ist ein gutes Signal für viele Hundert Beschäftigte insbesondere in den öffentlichen Unternehmen in Hamburg“, sagte Berthold Bose, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Ver.di, die sich seit Jahren für die Abschaffung sachgrundloser Befristungen eingesetzt hatte. „Sie haben jetzt eine Chance auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und damit auf Lebenssicherheit.“ Denn ohne einen unbefristeten Vertrag sei es schwierig bis ausgeschlossen, eine Wohnung zu mieten oder einen Kredit zu erhalten. Zudem sei eine Lebensplanung ohne einen abgesicherten Arbeitsplatz nicht möglich, so Bose weiter.

Problem betrifft nicht nur die Verwaltung

Das Problem betrifft nicht nur die Verwaltung, sondern auch fast alle Wirtschaftszweige. Insgesamt haben nach Gewerkschaftsangaben rund 75.000 Beschäftigte nur einen Zeitvertrag, davon 35.000 grundlos. Der Ver.di-Forderung, diese Praxis einzudämmen, hatte sich die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft angeschlossen und den Senat aufgefordert, Befristungen nur noch sehr restriktiv einzusetzen. Dem ist der Senat mit der Anordnung nun nachgekommen – zur Freude von Ver.di-Chef Bose: „Hamburg ist auf dem Weg, Stadt der guten Arbeit zu werden.“

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