Asylbewerber

Jede zweite Abschiebung von Flüchtlingen im Norden scheitert

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug (Archivaufnahme)

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug (Archivaufnahme)

Foto: Patrick Seeger / dpa

In Hamburg wurden von 1814 geplanten Rückführungen nur 1009 auch durchgeführt. Warum es so schwer ist, Menschen abzuschieben.

Hamburg.  In den nördlichen Bundesländern scheitert jede zweite Abschiebung. Allein in Hamburg wurde im vergangenen Jahr aus 1009 von 1814 geplanten Abschiebungen nichts.

4627 Abschiebungen im Norden

In Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern platzten im Jahr 2016 4803 von 9430 geplanten Ausweisungen. Das zeigen Zahlen der Innenbehörden von Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“.

Bundesweit ergibt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt zwölf Länder meldeten auf Anfrage, dass von insgesamt 25.064 geplanten Abschiebungen 13.824 missglückt sind. Keine Angaben dazu konnten Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen machen.

Ausweise fehlen oder Personen nicht da

Die Gründe für das Scheitern von Abschiebungen: Personen seien am Tag der Abschiebung nicht angetroffen worden oder erkrankt gewesen. Zudem hätten Ausweisdokumente gefehlt. Auch Kirchenasyl wird genannt.

Niedersachsen hatte bereits auf Anfrage der CDU-Landtagsfraktion erklärt, dass 2016 insgesamt 2390 von 4349 geplanten Abschiebungen nicht vollzogen werden konnten. in Schleswig-Holstein 481 von 1453, in Mecklenburg-Vorpommern 902 von 1737 und in Bremen 21 von 77, teilten die jeweiligen Innenbehörden auf Anfrage mit.

( dpa )

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