Hamburg

Wie die Polizei Unfälle bei Einsatzfahrten verhindern will

Polizeischüler üben Fahrten mit Sonderrecht nun mithilfe eines Simulators. Dieser bietet 65 unterschiedlich schwierige Szenarien.

Hamburg. Mit Blaulicht braust ein Polizeiauto zu einem Unfall. Es ist dunkel, die Sicht schlecht, die Fahrbahn holprig, eine Kreuzung muss bei roter Ampel überquert werden. Keine leichte Aufgabe. Die Polizei Hamburg geht neue Wege bei der Fahrausbildung von Beamten: Schwierige Einsatzfahrten mit Blaulicht und Signalhorn können nun an einem Simulator trainiert werden.

Die 230.000 Euro teure Anlage bietet realitätsnahe Übungen ohne Risiko. „65 verschiedene Szenarien – in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn – können mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eingespielt werden“, sagte Polizeipräsident Ralf-Martin Meyer am Mittwoch bei der Vorstellung des Fahrsimulators in der Akademie der Polizei.

Jedes Programm dauert nur wenige Minuten

Jeder Fahrschüler sitzt in dem Simulator angeschnallt auf einem Autositz, schaltet per Knopfdruck Blaulicht und Einsatzhorn an. Die schnelle Fahrt zu einem Einsatz vorbei an Wohnhäusern, Geschäften und Passanten ist auf mehreren Bildschirmen sehr realistisch zu sehen. „Die Lenkung ist am Anfang gewöhnungsbedürftig“, erklärte Fahrausbilder Olaf Schmidt. Nur wenige Minuten dauert jedes Programm, aber dabei sind viele knifflige Aufgaben zu meisten – etwa bei roter Ampel eine Kreuzung zu überqueren oder bei starkem Regen und auf schlechter Fahrbahn sicher zu fahren.

„Die Idee ist es, eine sehr realitätsnahe Situation hinzubekommen, mit der man die Schwierigkeiten und verschiedenen Facetten einer Sonderrechtsfahrt gut darstellen kann“, berichtete Meyer. Eine simulierte Fahrt wird aufgezeichnet und anschließend mit der Lehrgruppe ausgewertet. Diese moderne Technik wird nach Angaben der Hamburger Polizei bereits in Schleswig-Holstein, Thüringen und Bayern verwendet. Der Simulator soll eine Ergänzung zum bereits stattfindenden Fahrsicherheitstraining sein.