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"Elbtower" soll Hamburgs neues Wahrzeichen werden

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So könnte die Hochhausbebauung an den Elbbrücken aussehen (Simulation)

So könnte die Hochhausbebauung an den Elbbrücken aussehen (Simulation)

Foto: HafenCity GmbH

Ein neues Hochhaus ist gegenüber den Elbbrücken geplant – als Gegenpol zur Elbphilharmonie im Westen. Kritik von der CDU-Fraktion.

Hamburg soll am östlichen Ende der Hafencity ein neues Markenzeichen bekommen. Wie Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Oberbaudirektor Jörn Walter am Mittwoch im Rathaus mitteilten, soll ein maximal 200 Meter hohes Hochhaus gegenüber den Elbbrücken den Abschluss der HafenCity bilden: Der "Elbtower"am Ostende wäre der Gegenpol zur Elbphilharmonie im Westen. Als Nutzungen für den „Elbtower“ kämen Büros, Hotel, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen und eventuell Wohnungen in Betracht.

"Hamburg hat gerade die Eröffnung der Elbphilharmonie mit großer internationaler Aufmerksamkeit gefeiert. Daran wollen wir anknüpfen", sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). "Denn jetzt haben wir die Chance, mit dem Vorhaben ,Elbtower‘ das ,Kunstwerk Hamburg‘, wie es der frühere Oberbaudirektor Fritz Schumacher einmal nannte, endgültig im 21. Jahrhundert zu verankern, ohne etwas von der Qualität der Vergangenheit preiszugeben.“

Projekt wird auf Immobilienmesse in Cannes vorgestellt

Oberbaudirektor Jörn Walter bezeichnete die Elbbrücken einen „magischen Ort“, den es mit einem Hochhaus zu markieren gelte: „Und hier ist es möglich, weil die Altstadtsilhouette mit ihren Kirchtürmen nicht berührt wird und das größte städtebauliche Projekt dieser Generation, die Hafencity, einen spannungsvollen Bogen von der Elbphilharmonie bis zu den Elbbrücken schlägt.“

Das Projekt werde in der kommenden Woche auf der internationalen Immobilienmesse in Cannes (Frankreich) vorgestellt. Im kommenden Jahr soll der private Bauherr feststehen. Anschließend entscheidet die Bürgerschaft. Baubeginn könnte 2020/2021 sein. Zunächst gilt es jedoch, einen Investoren zu finden. Auch das genaue Gebäude muss noch entworfen werden.

Kritische Töne von der CDU

Grundlage für die Vergabe des Grundstück sei ein skulpturales Hochhaus mit einem unverwechselbaren Gebäudeabschluss, das den einzigartigen Charakter des Standortes an den Elbbrücken betont, hieß es in einer Erklärung des Rathauses. Das Hochhaus solle auf einem Sockel stehen, der mit öffentlichen Nutzungen wie Ausstellungs- und Kulturflächen, Gastronomie, mit Veranstaltungs- und Konferenzflächen oder Einzelhandel trotz der Lage zwischen Hauptverkehrsstraßen einen urbanen, öffentlichen Charakter entfalten.

Kritik zu den Plänen äußert André Trepoll, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Er sagt: „Bürgermeister Scholz verkauft wiedermal alten Wein in neuen Schläuchen." Der "Elbtower" als Abschluss der Hafencity sei bereits seit über 10 Jahren im Gespräch. "Wir wünschen uns an diesem Ort ein Gebäude, das möglichst vielen Hamburgerinnen und Hamburgern offensteht und vielseitig genutzt werden kann", so Trepoll. Zwar seien die Planungen des Bürgermeisters noch vage – aber er unterstütze das Projekt. "Hamburg ist keine und soll keine Hochhausmetropole werden. Aber der 'Elbtower' als Eingangstor hat das Potential jedem Besucher Hamburgs klar zu machen: Hier geht´s nach oben!“

Auch der stadtentwicklungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jens P. Meyer, nannte den "Elbtower" ein "mutiges und wichtiges Projekt für ganz Hamburg". Aber es seien auch noch viele Fragen offen. "So muss unbedingt sichergestellt werden, dass die hehren Versprechen von Olaf Scholz auch tatsächlich Realität werden", sagte Meyer. "Er wird sich an seiner Ankündigung messen lassen müssen, dass kein Steuergeld für dieses Projekt eingesetzt wird und Verzögerungen ausbleiben." Für solch ein Großprojekt sei zudem ausschlaggebend, "dass die Hamburger bei den Planungen mitgenommen werden und es sich städtebaulich in die Hamburger Silhouette einfügt."

( os/coe )

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