Immobilien

Exklusiv: Wo der Quadratmeter in Hamburg 12.410 Euro kostet

Die Schopstraße in Hamburg Eimsbüttel

Die Schopstraße in Hamburg Eimsbüttel

Foto: Klaus Bodig / HA

Studie: Heftiger Preissprung bei Eigentumswohnungen. Käufer zahlten 2016 fast ein Fünftel mehr als 2015.

Hamburg.  Niedrige Zinsen und eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage: Der Preis für eine neu gebaute, frei finanzierte Wohnung in Hamburg ist im vergangenen Jahr um rund 18 Prozent gestiegen. Das ergab eine Studie des Immobiliendienstleisters Grossmann & Berger, die dem Abendblatt exklusiv vorliegt.

5460 Euro pro Quadratmeter

Demnach kostet ein Quadratmeter Neubau-Eigentumswohnung in der Hansestadt im Durchschnitt 5460 Euro. In Toplagen werden sogar durchschnittlich 6620 Euro bezahlt. „Beide Durchschnittspreise haben die bisherige psychologische Schwelle von 5000 und 6000 Euro deutlich überschritten“, sagt Frank Stolz, Bereichs­leiter Neubau des Unternehmens. Verglichen mit 2015 seien die Preise in Hamburg durchschnittlich um mehr als 800 Euro gestiegen. Bei den Topwohnlagen fiel der Anstieg mit rund 1000 Euro noch höher aus.

Exklusiv: Wo der Quadratmeter in Hamburg 12.410 Euro kostet

Stolz glaubt trotz des Preissprungs, dass der Markt nach wie vor funktioniere. „Die Nachfrage ist höher als je zuvor, Leerstand gibt es in diesem Segment ohnehin kaum, und die um ein Fünffaches niedrigeren Zinsen gleichen einen Großteil der doppelt oder dreifach hohen Preise wieder aus.“ Der Immobilienexperte erwartet zudem für dieses Jahr keinen Rückgang der Preise.

Rotherbaum an der Spitze

Der Studie zufolge gingen im vergangenen Jahr in Hamburg 87 Bauprojekte mit insgesamt 1489 Eigentumswohnungen in den Verkauf. Das sei im Vergleich zu 2015 ein Rückgang von sechs Prozent gewesen. Gut die Hälfte – 47 Prozent – waren Wohnungen in Toplagen. Hier wurden im vergangenen Jahr 706 Wohnungen angeboten.

Die meisten Eigentumswohnungen in Toplagen – rund 65 Prozent – wurden 2016 in Altona, Eppendorf und in der HafenCity gebaut. In Altona-Altstadt und Altona-Nord wurden 226, in Eppendorf und Hoheluft-Ost 124 und in der HafenCity 111 Einheiten errichtet.

Frank Stolz erwartet eine ähnliche Verteilung in den kommenden Jahren wegen der Bauvorhaben in der „Mitte Altona“ und in der HafenCity, wo insgesamt mehrere Tausend Wohnungen errichtet werden sollen. In Barmbek-Süd, Harvestehude oder St. Georg starte dagegen kein Projekt, sagte Stolz.

Bei den Preisen lag der Studie zufolge erneut der Stadtteil Rotherbaum an der Spitze. Dort wurden im Durchschnitt 12.410 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Auch in Winterhude akzeptierten Käufer mit durchschnittlich 10.180 Euro pro Qua­dratmeter einen fünfstelligen Preis. In der HafenCity kostete der Quadratmeter 8650 Euro – Platz drei.

11.370 Euro Quadratmeterpreis

Am günstigsten kamen Käufer in Neugraben-Fischbek an eine Wohnung. Hier lag der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter bei 3190 Euro. In Eißendorf wurden 3270 Euro und in Horn 3290 Euro bezahlt.

Anders als beim Gesamtmarkt stieg in den Toplagen die Zahl der neuen Bauprojekte – um 18 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Dabei wurden Wohnungen in der Elbphilharmonie aufgrund ihres einzigartigen Charakters und ihres Preises bei der Untersuchung nicht berücksichtigt.

Zum ersten Mal untersuchte Grossmann & Berger speziell die Entwicklung im Premiumsegment, zu dem Wohnungen gehören, die mehr als 8000 Euro pro Quadratmeter kosten. Im Durchschnitt wurde hier eine Wohnung für einen Quadratmeterpreis von 11.370 Euro angeboten.

„Für exklusive Wohnungen mit einem wirklichen Alleinstellungsmerkmal zahlten Käufer in Hamburg also nahezu doppelt so viel wie in den Top-16-Wohnlagen“, sagte Stolz. Verglichen mit dem Jahr 2015 bedeute das ein Plus von rund neun Prozent. Das müsse allerdings nicht das Ende sein, sagte Stolz. Auch im Premiumsegment würden die Preise noch steigen.