Hamburg

UKE trennt sich von bekanntem Transplantations-Mediziner

Prof. Dr. Björn Nashan war zehn Jahre lang am UKE tätig

Prof. Dr. Björn Nashan war zehn Jahre lang am UKE tätig

Foto: Andreas Laible

Björn Nashan hat die Klinik nach zehn Jahren verlassen. Bericht über "Unstimmigkeiten" beim Führungsstil.

Hamburg. Das Universitätsklinikum Eppendorf hat sich am Dienstag von dem Transplantationsmediziner Prof. Björn Nashan getrennt. „Herr Prof. Dr. Björn Nashan und das UKE haben ihre Zusammenarbeit am 21. Februar 2017 beendet. Es handelt sich um ein schwebendes Verfahren, weswegen wir weitere Einzelheiten nicht berichten können“, teilte das UKE mit.

Nach Informationen von NDR 90,3 sollen jahrelange Unstimmigkeiten über den Führungsstil der Grund für die Trennung von dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Hepatobiliäre Chirurgie und Transplantationschirurgie sein.

Transplantations-Arzt war zehn Jahre am UKE

Die kommissarische Leitung der Klinik hat jetzt der stellvertretende Klinikdirektor Prof. Lutz Fischer übernommen. Nashan hat das UKE verlassen. Bereits am Mittwochmorgen war der Führungswechsel auf der Webseite des UKE angezeigt.

Björn Nashan gilt als einer der bekanntesten Transplantations-Mediziner Deutschlands und leitete seit zehn Jahren die Klinik im UKE. Er war auch von 2013 bis 2016 Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft. Der Mediziner ist spezialisiert auf Transplantationen von Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse.

Zu seinen weiteren Schwerpunkten zählen unter anderem die Behandlung von bösartigen Tumoren der Leber und der Gallenwege und die Lebendspende in der Leber- und Nierentransplantation, bei der enge Angehörige des Patienten eine Niere oder einen Teil ihrer Leber spenden.

Organspende: Akten von Lungenpatienten verschwunden

Bevor Nashan vor zehn Jahren nach Hamburg kam, war er vier Jahre lang Direktor des Transplantationsprogramms in Halifax in Kanada und davor neun Jahre lang Oberarzt der Abteilung für Bauch- und Transplantationschirurgie am chirurgischen Zentrum der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die Trennung von dem prominenten Transplantations-Arzt hat mit dem mutmaßlichen Organspende-Skandal am UKE offenbar nichts zu tun. Seit November 2016 lastet der Verdacht auf dem UKE, Patientendaten manipuliert zu haben, um Schwerkranken schneller Zugang zu einem Spenderorgan zu verschaffen. Dabei geht es auch um verschwundene Akten. Das UKE weist darauf hin, dass es sich bei den vermeintlichen Unregelmäßigkeiten um Lungentransplantationen handele. Nashans Weggang habe nichts mit etwaigen Verstößen gegen das Transplantationsgesetz zu tun.