Aktionsplan

Landwirtschaft: Hamburg fördert Biobauern stärker

Färsen auf einem Biohof in Hamburg

Färsen auf einem Biohof in Hamburg

Foto: Roland Magunia / HA

Senat beschließt den „Öko-Aktionsplan 2020“. Zu dem Thema findet die erste Fach- und Verbrauchermesse statt.

Hamburg. Landwirtschaft gehört nicht zu den typischen Merkmalen einer Großstadt. Aber im vergleichsweise dünn besiedelten Hamburg spielt sie nach wie vor eine Rolle, vor allem im Alten Land und in den Vier- und Marschlanden. Die 620 landwirtschaftlichen Betriebe in der Hansestadt bewirtschaften rund 14.500 Hektar Fläche – Tendenz abnehmend. Das gilt jedoch nicht für die ökologische Landwirtschaft: Sowohl ihre Fläche, derzeit 1190 Hektar, als auch ihr Anteil an der gesamten Produktionsfläche von 8,2 Prozent steigen.

Diesen Trend will der rot-grüne Senat mit dem am Dienstag beschlossenen „Öko-Aktionsplan 2020“ unterstützen. „Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt, die ökologische Landwirtschaft verfügt über Wachstumspotenzial“, sagte Wirtschaftsstaatsrat Rolf Bösinger (SPD). „Wir wollen die Betriebe unterstützen, dieses Potenzial zu nutzen.“

Betriebe zum Umstellen bewegen

Nachdem sich bislang 40 der 620 Betriebe dem Biotrend verschrieben haben, versucht die Stadt, mit verschiedenen Anreizen weitere Betriebe zum Umstellen zu bewegen und so den Anteil der Ökolandwirtschaft weiter zu steigern. Im Bereich Obstanbau, der rund 1400 Hektar umfasst, ist das mit einem konkreten Ziel versehen: Hier soll der Anteil der ökologisch genutzten Fläche in einer „Modellregion Bioobst“ von derzeit zehn bis 2020 auf 20 Prozent steigen, bis 2025 sogar auf 25 Prozent.

Dass das ein ambitioniertes Ziel ist, räumte Markus Pitz, Abteilungsleiter Agrarwirtschaft in der Wirtschafts­behörde, ein. Man sei aber mit zehn interessierten Betrieben im Gespräch – wenn die alle umstellen würden, sei das Ziel mehr als erreicht. Grundsätzlich könne die Stadt den Betrieben die Ökolandwirtschaft ja nur schmackhaft machen, aber nicht verordnen, so Pitz: „Wir betreiben ja keine Planwirtschaft.“

Aktionsplan sei so „nebulös wie unkonkret“

Zu den Fördermaßnahmen zählen Prämien für die Umstellung auf Ökolandwirtschaft. Sie liegen zwischen 364 und 1625 Euro pro Hektar und Jahr und damit bundesweit am oberen Rand. Außerdem werden Investitionen gefördert, und es gibt Unterstützung bei Vermarktung und Absatz. Insgesamt stellt Hamburg bis 2020 rund 170.000 Euro pro Jahr für die Förderung der Öko-landwirtschaft zur Verfügung. Dem bundesweiten Bio-Städte-Netzwerk war die Hansestadt schon 2016 beigetreten.

Der Aktionsplan sei so „nebulös wie unkonkret“, kritisierte Stephan Gamm (CDU). Kurt Duwe (FDP) betonte, dass der Ertrag im Ökoanbau geringer sei und der Senat so „Obst und Gemüse zu höheren Preisen für die zahlungskräftige Bio-Klientel in den Szenequartieren“ fördere.

Erste Fach- und Verbrauchermesse

Von Freitag, 24., bis Sonntag, 26. Februar, findet zu dem Thema die erste Fach- und Verbrauchermesse statt: Rund 60 Aussteller präsentieren sich auf der „Hamburg Bio“ in der Handelskammer.