Öffentlicher Dienst

Erzieher und Sozialpädagogen streiken in Hamburg

Die Demonstranten heute in Hamburg

Die Demonstranten heute in Hamburg

Foto: dpa

Die Gewerkschaft Ver.di hat Tausende Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung an Schulen und Kitas aufgerufen. Demo durch die Innenstadt.

Hamburg. Heute ist es erneut zu Warnstreiks an Kitas und Schulen in Hamburg gekommen. Die Gewerkschaften Ver.di und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) haben Tausende Beschäftigte – vor allem Sozialpädagogen, Erzieher, Heilpädagogen und Assistenten – dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Hintergrund ist die Verhandlungsrunde für die bundesweit 2,2 Millionen Beschäftigten am Donnerstag.

Die Streikenden haben sich am Dienstag um 8:30 Uhr zur Auftaktkundgebung vor dem Mönckebergbrunnen an der Mönckebergstrasse getroffen. Ab 9 Uhr sind sie in einer Demonstration durch die Innenstadt zum Hamburger Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof gezogen.

„Der Druck auf die Stadt wächst"

Etwa 1000 Teilnehmer marschierten durch die Innenstadt. „Wir sind MEHR wert!“ und „Tabellenletzter“, hieß es auf Transparenten. „Der Druck auf die Stadt wächst. Heute findet der Schulbetrieb zwar normal statt, aber die Nachmittagsbetreuung ist beeinträchtigt“, so Jens Kastner von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Gegen 10 Uhr hat die Abschlusskundgebung mit anschließendem Kulturprogramm in den Sälen des Gewerkschaftshauses stattgefunden.

Bundesweit Aktionen

Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Warnstreikwelle, mit der Ver.di den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde vom 16. bis 18. Februar in Potsdam erhöhen will. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Tariferhöhung von insgesamt sechs Prozent und strukturelle Verbesserungen im Tarifvertrag.

Bisher liegt noch kein Arbeitgeberangebot vor. Neben den allgemeinen Forderungen in dieser Tarifrunde, wollen die Streikenden aus den sozialen Bereichen zusätzlich einen Anschluss an das Tarifniveau des Sozial- und Erziehungsdienstes der Kommunen.

Unterschiedliche Bezahlung

Dazu Sieglinde Frieß, Fachbereichsleiterin Bund, Länder und Gemeinden bei Ver.di: „Die Kolleginnen und Kollegen in der sozialen Arbeit sind hohen Belastungen ausgesetzt, denn die Armut hat zugenommen und sich in ihren Auswirkungen weiter verschärft. Leider ist die Anzahl der Arbeitsplätze nicht adäquat mit den Anforderungen gestiegen".

Die Beschäftigten würden es zudem als Zumutung empfinden, wenn sie erleben, dass das hamburgische Umland mehr Gehalt bezahlt als die Stadt Hamburg. So hätten die Beschäftigten in der Hansestadt 100 bis 500 Euro monatlich weniger in der Tasche als Kollegen in umliegenden Gemeinden. Im Stadtstaat Hamburg fehlt eine bestimmte Tarifstufe für erfahrenere Kräfte.

Bereits in den letzten Wochen kam es zu Warnstreiks im Öffentlichen Dienst, an denen sich in Hamburg die Pädagogisch-Therapeutischen Fachkräfte (PTF) aus den Schulen, wie auch aus den anderen sozialen Bereichen, laut Ver.di in hohem Maße beteiligt hatten.