Hamburger Rathaus

AfD-Kandidat fordert Direktwahl des Präsidenten

Der AfD-Politiker
Albrecht Glaser
tritt bei der Wahl
zum Bundespräsidenten
an

Der AfD-Politiker Albrecht Glaser tritt bei der Wahl zum Bundespräsidenten an

Foto: picture alliance

Der 75-jährige Mitbegründer der AfD sprach über „Die parlamentarische Demokratie in der Krise“.

Hamburg.  Er schlug einen weiten historischen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts über den Versailler Vertrag, Weimar und die Nachkriegszeit bis zum heutigen Europa, aber seine Schlussfolgerung blieb immer die gleiche: Den Bürgern sollte mehr direkte Mitsprache ermöglicht werden. „Alle Macht geht vom Volke aus“, zitierte ­Albrecht Glaser, der AfD-Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten am 12. Februar, am Mittwochabend im Hamburger Rathaus aus dem Grundgesetz, um dann auf den springenden Punkt zu kommen: „Wir wollen in Deutschland eine Urwahl des Präsidenten, fast drei Viertel der Bevölkerung sagen das.“ Das Staatsoberhaupt stelle er sich eher wie einen „Volkstribun“ vor.

Geringes Mitspracherecht der Bürger

Vor gut 100 Zuhörern sprach der ­75-jährige frühere Kämmerer der Stadt Frankfurt und Mitbegründer der AfD über „Die parlamentarische Demokratie in der Krise“. Die machte er außer am geringen Mitspracherecht der Bürger auch an der Abgabe von Souveränität der Nationalstaaten an „überstaatliche Institutionen“ wie die EU und an der „Faszination autoritärer Regime“ wie in Russland oder China fest. Die EU prangerte er als „demokratietheoretisches Monster“ an. Großen Respekt habe er hingegen vor der „Klugheit der Völker“, die sich etwa gegen eine europäische Verfassung, für den Brexit oder für die deutsche Einheit eingesetzt hätten.