Hamburg

Ehemaliger Holsten-Chef Klaus Asche gestorben

Dr. Klaus Asche ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war Präses der Handelskammer Hamburg und Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei

Dr. Klaus Asche ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war Präses der Handelskammer Hamburg und Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei

Foto: AP Content / picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Der frühere Handelskammer-Präses war eine der prominentesten Wirtschaftsgrößen. Klaus Asche machte aus Holsten einen Groß-Brauer.

Hamburg. Als langjähriger Vorstandschef der Holsten-Brauerei und führender Repräsentant von Kammern und Verbänden gehörte Klaus Asche seit den 1970er-Jahren zu den prominentesten Personen der Hamburger Wirtschaft. Wie seine Familie jetzt mitteilte, ist er bereits am vergangenen Freitag im Alter von 83 Jahren gestorben. Er hatte zuletzt in einem Pflegeheim gelebt.

Asche, geboren in Helmstedt (Niedersachsen), begann 1952 nach dem Abitur eine kaufmännischen Ausbildung bei der Esso AG in Hamburg und studierte anschließend Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten in Mainz, Göttingen, Bonn und Köln. Nach einigen Jahren bei Esso wechselte der promovierte Jurist 1970 zur Holsten-Brauerei. Von 1980 bis 1996 leitete er das Unternehmen. Unter seiner Führung entwickelte sich Holsten von einem lokalen Anbieter zur drittgrößten Brauereigruppe in Deutschland.

Asche gehörte der von Helmut Schmidt gegründeten Freitagsgesellschaft an

Von 1990 bis 1996 war Asche Präses der Handelskammer, nachdem er bereits von 1979 bis 1985 den Industrieverband Hamburg geleitet hatte. 1994 versuchte der scheidende Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Indus­trie (BDI), Tyll Necker, Asche zu seinem Nachfolger zu machen, scheiterte aber damit intern.

Seit der Zeit als Handelskammer-Präses verband Asche mit dem damaligen Ersten Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) ein enges Vertrauensverhältnis. Wegen seines Einflusses als Präses auf den Bürgermeister (amtliches Kürzel: BGM I) wurde Asche bisweilen auch „BGM III“ genannt.

Neben seinen offiziellen Ämtern gehörte Asche wie Voscherau auch der sogenannten Freitagsgesellschaft an, die Altbundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1985 ins Leben gerufen hatte. Zu den 25 Mitgliedern der Gesellschaft, die sich bis Anfang 2015 zu Vortragsabenden im Hause Schmidts in Langenhorn trafen, gehörten Wissenschaftler, Kulturschaffende und Politiker.

Asche war maßgeblich an der Gründung der Bucerius Law School beteiligt

Da Asche auch im Vorstand der „Zeit“-Stiftung saß, war er maßgeblich beteiligt an der Gründung der privaten Bucerius Law School. Bis 2007 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates der Haspa, von 2005 an Mitglied (später Ehrenmitglied) im Kuratorium der Haspa Hamburg Stiftung. Darüber hinaus wirkte Asche von 1998 bis 2008 als Vorstandsmitglied, seitdem war er Mitglied im dortigen Senat.

Mit Klaus Asche, der verheiratet war und drei Söhne hat, verliere die Hamburger Wirtschaft „einen ihrer herausragenden Repräsentanten und Unternehmer“, hieß es in einer Stellungnahme von Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer. In den Jahren der Wiedervereinigung sei Asche der Hamburger Beitrag zum Wiederaufbau der Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa ein Herzensanliegen gewesen, erklärte Melsheimer.