Hamburger Stromanbieter

Nach Tod von Martin Kristek: Care Energy macht weiter

Unternehmer Martin Kristek ist im Alter von 44 Jahren gestorben

Unternehmer Martin Kristek ist im Alter von 44 Jahren gestorben

Foto: Axel Heimken/dpa / picture alliance

Bestürzung beim Hamburger Stromanbieter. Martin Kristek an Herzinfarkt gestorben. Care Energy: Wir machen in seinem Sinne weiter.

Hamburg/Wien. Martin Kristek, der Chef des Hamburger Energiedienstleisters Care-Energy Management GmbH, ist am Sonnabend gestorben. Das vermeldete der Wiener Fußballverein First Vienna Football Club auf seiner Internetseite. Präsident des Vereins ist Richard Kristek, der Vater von Martin Kristek. Laut "Bild" soll der Manager einen Herzinfarkt erlitten haben.

Der 44-Jährige war über seine Management GmbH Eigentümer des Münchener Stromanbieters Care-Energy AG, der im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt hat. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hatte die Care-Energy Management GmbH wegen deren Tarifrechner abgemahnt. Dieser Online-Rechner, so der Vorwurf der Verbraucherschütze, erwecke den Eindruck, dass nur der angegebene Preis zu zahlen sei. Tatsächlich fielen aber weitere Kosten an, auf die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hingewiesen werde.

Care-Energy verlor 75 Prozent seiner Kunden

Ein Streit zwischen dem Unternehmen und den Stromnetzbetreibern hatte schließlich dazu geführt, dass Care-Energy rund 75 Prozent seiner Kunden verlor. So hatte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Mitte 2016 den Bilanzkreisvertrag mit Stromlieferanten gekündigt. Das Unternehmen 50Hertz ist zuständig für weite Teile Ostdeutschlands sowie für Hamburg.

Grund für die Kündigung waren nach Aussagen von 50Hertz ausstehende Abschlagszahlungen, die Care-Energie gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für die Monate März und April 2016 an den Netzbetreiber hätte zahlen müssen. Die Care-Energy AG hatte dagegen behauptet, 50Hertz hätte falsche Rechnungen gestellt und es gäbe keine Außenstände.

Unternehmen betont seine Handlungsfähigkeit

Care-Energy ist auch Geschäftspartner des geplanten „Sports Dome“, der am Baakenhafen in der HafenCity errichtet werden soll. Das 45 Millionen teure Gebäude soll auf 12.000 Quadratmetern Platz für 20 Trendsportarten bieten. Der Baubeginn ist für dieses Jahr geplant. Das Unternehmen soll bei dem Projekt unter anderem als Energieberater tätig sein. Ob die Pläne nun wie vorgesehen umgesetzt werden, stehe einem Sprecher zufolge derzeit nicht zur Diskussion.

Die Unternehmen der Care-Energy Unternehmensgruppe würden ihre Arbeit im Sinne Kristeks nun fortsetzen, teilte Care-Energy am Montag mit. Die etwa 100 Angestellten seien informiert worden. Der laufende Geschäftsbetrieb gehe uneingeschränkt weiter.

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