Möbelhersteller

Gründer steigt bei Lüneburger Dedon aus

„Bobby“ Dekeyser
gründete Dedon
1990

„Bobby“ Dekeyser gründete Dedon 1990

Foto: Jürgen Joost

Ex-Fußballprofi Dekeyser verkauft seine Anteile am Outdoormöbelspezialisten an Schweizer Unternehmen.

Hamburg.  Der Kapitän geht endgültig vom Feld – so könnte man die Entscheidung in der Fußballersprache ausdrücken. Nach einer schweren Gesichtsverletzung beendete Robert „Bobby“ Dekeyser 1990 seine Profikarriere, die ihn bis ins Tor des Rekordmeisters FC Bayern München brachte, und startete in sein zweites Berufsleben.

Er gründete den Outdoormöbelhersteller Dedon, der zu einer berühmten deutschen Luxusmarke aufstieg. Nun hat der 52-Jährige die letzten Anteile an seinem Lebenswerk verkauft: Die Schweizer Diethelm Keller Gruppe übernahm Ende 2016 die restlichen 20 Prozent und ist alleiniger Eigentümer des Unternehmens mit Sitz in Lüneburg.

„Dedon wunderschöne Phase“

„Dedon war eine wunderschöne Phase in meinem Leben, und ich werde mit meinem groß gewordenen Baby immer verbunden bleiben“, sagte Dekeyser in einer Mitteilung. Wie das konkret aussehen soll, blieb auf Nachfrage allerdings offen. Nachdem er schon 2014 die Mehrheitsanteile an die Diethelm Keller Gruppe veräußert hatte, stieg er nun komplett bei Dedon aus.

Auch als Berater sei er nicht mehr für das Unternehmen aktiv, hieß es. Er wolle sich zukünftig mehr seiner Stiftung Dekeyser­und­friends und seinem Hotelresort Dedon Island auf den Philippinen widmen. Die Luxusanlage auf der Insel Siargao – eine Übernachtung kostet rund 1000 Dollar – machte vor fünf Jahren auf und soll sehr gut laufen, hieß es.

Zweite Ausstieg bei Dedon

Für Dekeyser ist es der zweite Ausstieg bei Dedon. Im Jahr 2006 hatte er 49 Prozent der Anteile für einen dreistelligen Millionenbetrag an Investoren verkauft. Als in der Wirtschaftskrise die Aufträge ausblieben, legten die Investoren ein Sparprogramm auf, Mitarbeiter mussten gehen. Dekeyser kaufte die Anteile zurück und investierte. Danach soll es beim Umsatz wieder nach oben gegangen sein. Zur aktuellen Geschäftsentwicklung äußerte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht.

Die Idee für Dedon wurde Dekeyser quasi in die Wiege gelegt. Die Familie seiner Mutter stellte mit ihrer Firma Tragegriffe für Waschmittelkartons her. Zusammen mit seinem Onkel Seppi Hummer entwickelte er eine Faser, die weich, wetterfest und farbecht ist. Er ließ sie sich patentieren. 1993 überzeugte ihn ein Philippiner von dem Konzept eines „Outdoor-Wohnzimmers“ – wie geschaffen für die Dedonfaser. Ein Jahr später startete die Produktion, ein weiteres Jahr später zog die Firma aus dem Münchner Raum nach Lüneburg.

In mehr als 80 Ländern vertreten

Der Aufstieg begann. In mehr als 80 Ländern sind die hochwertigen Tische, Stühle und Sofas für den Garten erhältlich, die im eigenen Betrieb auf der philippinischen Insel Cebu hergestellt werden. Dekeyser traf im Jahr 2010 ein Schicksalsschlag: Seine Frau Ann-Kathrin, mit der er zusammen die Firma aufbaute und drei Kinder hat, starb überraschend an einer Gehirnblutung.