Elbphilharmonie

Störtebeker: Senatsbeauftragte fordert Verbesserung

Blick ins Restaurant Störtebeker der Elbphilharmonie

Blick ins Restaurant Störtebeker der Elbphilharmonie

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Gäste im Rollstuhl müssen bisher einem verschlossenen Hintereingang klingeln und warten, bis sie jemand ins Restaurant begleitet.

Hamburg. Barrierefreiheit bedeutet, dass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen selbständig die Orte erreichen können, die sie erreichen möchten. Beim Restaurant Störtebeker in der Elbphilharmonie ist das nicht gewährleistet, wie das Abendblatt berichtete: Auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesene Gäste müssen an einem verschlossenen Hintereingang klingeln und warten, bis jemand öffnet und sie ins Restaurant begleitet. Auch die Toiletten können sie nicht ohne Begleitung des Personals aufsuchen.

Der Abendblatt-Bericht hat jetzt Ingrid Körner, die Senatsbeauftragte für die Gleichstellung behinderter Menschen, auf den Plan gerufen. Bei einem Vorort-Termin ließ sie sich von Störtebeker-Betriebsleiter Julian Münder die Gegebenheiten zeigen. Auch jeweils einen Vertreter des Architekturbüros Herzog de Meuron und der Baufirma Hochtief hatte sie dazu gebeten.

Elektronische Türöffner könnten Zugang erleichtern

Dass man Barrierefreiheit durch nachträgliche bauliche Veränderungen nicht erreichen kann, stand für alle Beteiligten außer Frage. „Dass der direkte Zugang zur Gastronomie für Nutzer von Rollstühlen, Rollatoren und für Eltern mit Kinderwagen nicht genügend berücksichtigt worden ist, kann jetzt leider nicht mehr rückgängig gemacht werden“, sagte Körner. Verbesserungen sieht sie jedoch bei den Themen „Beschilderung“ und „technische Lösungen“. So könnten elektronische Türöffnungssysteme und gut lesbare Hinweisschilder es den betroffenen Gäste ermöglichen, eigenständig ins Restaurant und zur Behinderten-Toilette zu gelangen.

Noch während der Begehung sagten sowohl die Firma Hochtief als auch der Pächter des Restaurants zu, entsprechende Maßnahmen umzusetzen und bei technisch größeren Projekten die Umsetzung zu prüfen. Ingrid Körner erwartet eine zügige Umsetzung. „Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn auf der einen Seite der öffentliche Teil des Gebäudes mit Eingang, Plaza und Konzertsälen umfänglich barrierefrei gestaltet ist, Menschen mit Behinderung das Restaurant jedoch nur schwer und unter unzumutbaren Bedingungen erreichen können“, sagte sie.