ADAC

OSZE-Konferenz verursacht „geordneten Ausnahmezustand“

Ein Polizist sichert einen Kontrollposten an der Karolinenstraße

Ein Polizist sichert einen Kontrollposten an der Karolinenstraße

Foto: Bodo Marks / dpa

Massive Einschränkungen für Autofahrer. Sicherheitsmaßnahmen sorgen bis heute Abend für Staus. Busse fahren nicht in die Innenstadt.

Hamburg. Die OSZE-Konferenz hat nach Ansicht des ADAC den Hamburger Straßenverkehr in einen „geordneten Ausnahmezustand“ versetzt. Die Straßensperrungen rund um den Tagungsort auf dem Messegelände, kurzfristige Abriegelungen von Kreuzungen, 3000 Polizeifahrzeuge, zahlreiche Wagenkolonnen – das alles habe massive Einschränkungen für die Autofahrer bedeutet, sagte der Sprecher des ADAC-Hansa-Clubs, Christian Hieff, am Freitag.

Anders als große Sportveranstaltungen oder Freizeitevents wie die Harley Days habe der OSZE-Ministerrat die Autofahrer im Berufsverkehr getroffen. „Das ist schon ein anderer Schnack“, sagte Hieff. Die Pendler hätten die Verzögerungen auch nicht so kalkulieren können wie bei den üblichen Staus auf den Autobahnen. Nur mit der Bahn oder dem Fahrrad sei man weitgehend unbeeinträchtigt vorangekommen.

"Autofahrer haben zu spüren bekommen, was der G20-Gipfel bedeuten wird“

Mit Blick auf das geplante Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli 2017 sagte der ADAC-Sprecher: „Die Autofahrer haben zu spüren bekommen, was der G20-Gipfel bedeuten wird.“ Die Hamburger müssten auf gutes Wetter hoffen, damit sie auf das Fahrrad umsteigen oder kürzere Strecken zu Fuß bewältigen könnten.

Auch heute wird es aufgrund der hohen Sicherheitsmaßnahmen für das OSZE-Treffen immer wieder zu Staus in der City kommen. Weil die Straßen in den erweiterten Sicherheitszonen rund um die Messehallen – Karolinen­straße (ab Hausnummer 28), Flora-Neumann-Straße, Grabenstraße, Lagerstraße, Sternschanze, Schröder­stiftstraße, An der Verbindungsbahn, Tiergartenstraße, St. Petersburger Straße – gesperrt sind und zudem zahlreiche Konvois mit OSZE-Teilnehmern unterwegs sind, kam der Verkehr bereits von Mittwochnachmittag an vielerorts zum Erliegen. Die Demonstrationen am Donnerstagabend verschärften die Situation für die Autofahrer weiter.

Bus­linien 4, 5, 109 und 35 im Innenstadtbereich eingestellt

Auch für die Nutzer von öffent­lichen Verkehrsmitteln gibt es Beeinträchtigungen – besonders auf den Bus­linien 4, 5, 109 und 35. Diese Linien wurden im Innenstadtbereich komplett eingestellt. Sie steuerten die innenstadtnächsten U- und S-Bahn-Stationen an und fuhren dann wieder stadtauswärts. „Wir empfehlen allen Fahrgästen, auf die U- und S-Bahnen auszuweichen“, sagte HVV-Sprecher Christoph Kreienbaum.

Offenbar wurde der Rat beherzigt: Die S-Bahnen im Innenstadtbereich seien etwas voller als sonst gewesen, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Von der Hochbahn hieß es, ein Anstieg der Fahrgastzahlen sei nicht unmittelbar festzustellen.

Für Freitag keine zusätzlichen Sperrungen durch Demos zu erwarten

Die Busse, die im Innenstadtgebiet stadtauswärts unterwegs waren, hatten hingegen keine andere Möglichkeit, als in die Staus hineinzufahren und dort auszuharren. „Umleitungen gibt es nicht“, so Kreienbaum. Die Fahrgäste würden jedoch durch Lautsprecherdurchsagen über die aktuelle Verkehrs­situation informiert.

Für den heutigen Freitag sind zumindest keine zusätzlichen Sperrungen durch Demonstrationen zu erwarten. Nach Angaben eines Polizeisprechers sollen die Sperrungen der Straßen rund um die Messehallen „im Laufe des Abends“ aufgehoben werden.