Bildungspreis

100.000 Euro für Hamburgs beste Schul- und Kitaprojekte

Die Preisträger des diesjährigen Hamburger Bildungspreises gemeinsam auf der Bühne im Bunker an der Feldstraße

Die Preisträger des diesjährigen Hamburger Bildungspreises gemeinsam auf der Bühne im Bunker an der Feldstraße

Foto: Andreas Laible / HA

Haspa und Abendblatt zeichnen acht Schulen und zwei Kitas für ihre vorbildlichen Projekte mit dem Hamburger Bildungspreis aus.

Hamburg.  Wenn Sarah von der Katholischen Schule St. Paulus „Rolling In The Deep“ singt, ist sie dem Original von Adele ziemlich nah. Gänsehaut­feeling beim Publikum inklusive. Dass die 15-Jährige so selbstbewusst auf der Bühne im Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße steht und vor 150 Gästen singt, hat sie ihrer Schule zu verdanken. Denn dort bringt das Projekt „Kulturführerschein“ Schüler mit Theater, Kunst und Musik in Berührung.

Für diese Leistung gab es in diesem Jahr für Sarahs Schule und neun weitere Einrichtungen den mit insgesamt 100.000 Euro dotierten Hamburger Bildungspreis von Abendblatt und Haspa. Am Mittwoch war feierliche Preisverleihung.

"Don Giovanni" brachte Sarah auf die Bühne

„Don Giovanni“, hatte Sarah erzählt, habe den Anstoß gegeben für ihr Bühnenleben. Seit dem Besuch des Stücks spielt sie in einer Jugendschauspielgruppe und stand bereits auf der Bühne des Thalia vor 400 Zuschauern.

Sarah zeigt, was Schule leisten kann, was Schüler aus sich herausholen können, wenn die Bedingungen dafür geschaffen werden.

Bildungsprojekte, die Kinder fördern

Das haben etliche der Gewinnerprojekte der siebten Auflage des Bildungspreises gemeinsam: Sie sind dicht dran an den Bedürfnissen der Jungen und Mädchen, fördern diese. So wie die Stadtteilschule Langenhorn, die die jungen Leute dazu bringt, sich sozial zu engagieren. Oder die SterniPark-Kita am Museumsplatz, wo Vorschüler mit Ingenieuren zusammenarbeiten. Acht Schulen und zwei Kitas hatten die Jury, darunter der frühere Landesschulrat Peter Daschner, Michael Just von der Schulbehörde und Professor Reiner Lehberger von der Universität Hamburg überzeugt. 62 Bewerbungen waren von Hamburger Schulen und Kitas eingegangen, 22 von ihnen wurden ausgewählt und im Sommer von Haspa- und Abendblatt-Vertretern besucht. Im Oktober hatte die Jury dann die Gewinner ausgewählt.

Für die ausgezeichneten Schulen und Kitas ist der Hamburger Bildungspreis eine Ehre. Im Alltag wird eben vieles für selbstverständlich genommen. „Diese Auszeichnung bedeutet für uns eine Stärkung unseres Standorts und gleichzeitige Würdigung des Engagements aller Beteiligten“, sagt Schulleiterin Claudia Tusch von der Grundschule am Kiefernberg mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. „Wir versuchen, das naturwissenschaftliche Forschen bei jedem Kind anzubahnen und den Kindern die Möglichkeit zu geben, bereits im Grundschulalter an naturwissenschaftlichen Phänomenen zu arbeiten. So erreichen wir, dass auch Mädchen in den weiterführenden Schulen den naturwissenschaftlichen Fächern gegenüber aufgeschlossen sind.“

Auszeichnung motiviert, den Weg weiterzugehen

Stolz auf ihre Schüler ist Helga Smits von der Stadtteilschule Langenhorn, wo soziales Engagement im Stadtteil großgeschrieben wird. „Die Schüler zeigen, dass ein gemeinsames Miteinander gelingen kann, wenn Schule und Verein in guter Kooperation zusammenarbeiten.“

Dazu sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD): „An dieser Schule wird Stadtteilschule gelebt. Sie holt die Menschen zu sich und geht mit ihren Angeboten hinaus.“ Der Bildungspreis erkennt das Engagement öffentlich an – das kommt häufig zu kurz. Claudia Tiedt, Leiterin der DRK-Kita Harburger Berge, die Kitakinder und Flüchtlingskinder zusammenbringt, sagt: „Wir zeigen, dass jedes Kind wichtig ist. Die Auszeichnung motiviert uns, den Weg weiterzugehen.“ Auch Sven Kertelhein, Leiter des Gymnasiums Hamm, motiviert die Auszeichnung enorm, sagt er. An seiner Schule führen 14 Lehrer junge Menschen mit Migrationshintergrund zum Abitur.

Wie wichtig solche Projekte sind, macht Haspa-Chef Harald Vogelsang deutlich: „Mit guter Bildung können junge Menschen die Welt erobern und verbessern. Dank guter Bildung fällt der Start in die Berufswelt leichter. Bildung vermittelt Werte wie Toleranz – und schützt vor Populismus.“ Dass Schulen und Kitas sich ständig neue Bildungsmöglichkeiten einfallen lassen, freut Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider: „Es ist toll, dass der Bildungspreis jedes Jahr Pädagogen motiviert, sich über Neues Gedanken zu machen und Dinge auszuprobieren.“

25 Schulen bekommen Weiterbildung geschenkt

Es werden nicht nur die Gewinner gewürdigt. 25 Schulen bekommen einen Platz an der Akademie des Hamburger Bildungspreises. Diese bietet Weiterbildungsmodule im Wert von 50.000 Euro, finanziert von der Veronika und Volker Putz Stiftung. Die Verleihung ist auf HH 1 zu sehen, am Freitag, 3. Dezember, um 21.15 und 23.15 Uhr, am Sonnabend, 4. Dezember, um 16.15 Uhr.