Hamburg

Obduktionsergebnis: Tote ist vermisste Polizeischülerin

Maxime L. wurde seit einer Woche vermisst. Neben der Leiche lagen der Rucksack und die Dienstwaffe der Frau. Kollegen trauern.

Bei der am Dienstagnachmittag tief im Sachsenwald bei Aumühle entdeckten Toten handelt es sich um die seit einer Woche vermisste Polizeischülerin Maxime L. Das habe die Obduktion im Lübecker Institut für Rechtsmedizin zweifelsfrei ergeben, sagte die Pressesprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Mittwoch. Todesursache sei ein Kopfschuss aus der Dienstwaffe der jungen Frau, sagte Hingst weiter.

"Wir gehen von Suizid aus", sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin bereits am Dienstag. Letzte Gewissheit soll eine Schmauchspurenuntersuchung bringen. „Doch bislang gibt es nichts, das gegen Suizid spricht. Wir haben keine Hinweise auf Fremdverschulden“, sagte Hingst. Neben dem Körper wurde die verschwundene Dienstwaffe gefunden. Die 22-Jährige hatte ihre Pistole nicht wie üblich im Polizeikommissariat gelassen.

Die Polizei in Reinbek übernahm die Spurensicherung am Tatort. Die Hamburger Polizei bekundete am Mittwochnachmittag per Twitter ihre Trauer um die junge Kollegin und ihr Mitgefühl für die Angehörigen der Verstorbenen.

Schon vor der Obduktion hatte Oberstaatsanwältin Hingst gesagt, dass alles dafür spreche, dass es sich bei der Toten um die vermisste Hamburger Polizeischülerin handele. Die Kleidung entspreche der, die auf dem veröffentlichten Bild einer Überwachungskamera am S-Bahnhof Hamburg-Bergedorf zu sehen sei. Auch der Rucksack sei gefunden worden, ebenso eine Dienstpistole, wie sie bei der Hamburger Polizei in Gebrauch sei.

Polizistin war Anwärterin für Mittleren Dienst

Nach Abendblatt-Informationen war die Polizeischülerin für den Mittleren Dienst, die bis zu ihrem Verschwinden ein Praktikum im Polizeikommissariat 14 an der Caffamachereihe (Neustadt) absolviert hatte. Sie war am Mittwoch vergangener Woche nicht zum Dienst erschienen und am Donnerstag vermisst gemeldet worden. In der Folge hatten Hundertschaften der Polizei bereits von Freitag bis Sonntag mit Hunden den Sachsenwald abgesucht.

Der Vermisstenfall hat in Hamburg für großes Aufsehen gesorgt. Am Freitagabend hatte die Polizei ein erstes, privates Foto veröffentlicht. Am Montag gab die Polizei ein zweites Foto der Vermissten heraus, das die junge Frau am vergangenen Mittwoch am S-Bahnhof Bergedorf zeigte. Das letzte Signal des Mobiltelefons sei am selben Tag aus dem Sachsenwald gekommen, sagte der Sprecher. „Das hat uns veranlasst, die Suche dort zu starten.“

Polizei suchte mit Hunden nach Kollegin

Am Dienstagvormittag hatte die Hamburger Polizei eine erneute Suche mit Hunden nach ihrer vermissten Kollegin Maxime L. gestartet. Nach Eingang zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung hatte die Polizei die Suche auf einen Bereich nördlich des Mühlenteichs beschränkt und dort die Leiche der 22-Jährigen gefunden.