Hamburg

Kleine Portionen und hohe Preise in neuem Mälzer-Restaurant

Koch Tim Mälzer in seinem Restaurant "Die gute Botschaft"

Koch Tim Mälzer in seinem Restaurant "Die gute Botschaft"

Foto: Roland Magunia

Das Abendblatt testet das Essen in "Die Gute Botschaft" am Alsterufer. TV-Koch will mit Restaurant Mensa-Konzept umsetzen.

Hamburg.  Wenn Tim Mälzer ein neues Restaurant eröffnet, ist die Erwartungshaltung groß. Vor allem, da der Fernsehkoch und erfolgreiche Gastronom (Bullerei, Off Club) ankündigt hatte, dass es sich dabei um eine „Mensa, eine Art Kantine“ handeln soll.

Tim Mälzer ist mittendrin

Seit ein paar Tagen hat „Die Gute Botschaft“ geöffnet. Anlass für einen Ortstermin: Die hellen Räume liegen am Alsterufer. Bodentiefe Fenster, puristisches Design. In der offenen Küche werkeln die Köche. Schon um 12.15 Uhr sind die meisten Tische besetzt. Der Hausherr höchstpersönlich ist im Einsatz.

Die Gäste nehmen an hellen Holztischen, dekoriert mit Kakteen, Platz. Die Speisekarte aus Papier liegt auf einem Holzbrett parat. Die Preise haben wenig mit einer Kantine gemein: Die „Königsberger Klopse vom Kalb mit Bete und Kartoffeln“ liegen bei elf Euro. Das Labskaus bei 10,50 Euro. Ein Glas 0,1 Liter Grauburgunder Weißwein kostet 3,50 Euro. Der „Green Supreme Saft“- unter anderen aus Gurke, Spinat und Orange zubereitet - kostet 4,90 Euro. Das grüne Getränk, serviert in einer 0,25 Liter Flasche, schmeckt auf jeden Fall gesund.

Übersichtliche Portionen

Zur Vorspeise geht es an das Salatbuffet. Hier stehen allerlei originelle Zutaten parat, darunter Reissalat mit Paprika oder Nudeln mit Rucola und Tomate. Für 6,50 Euro ist der kleine Teller zu haben, inklusive lauwarmem Bauernbrot vom Szenebäcker. Der Salat ist knackig und die Himbeer-Vinaigrette dezent im Geschmack, aber lecker. Außerdem wird „Der Salat“ aufgetischt. Für sieben Euro ist die Portion übersichtlich. Der Geschmack und die Kombination aus Römersalat mit Bohnen, Olivenstaub und Fetakäse sind gelungen.

Das Dessert ist fad

Also noch genügend Platz für die Hauptgänge: 18 Euro kostet „Das Huhn“. Zwei kleine Stücke werden serviert, dazu drei Stangen Lauch. Die Zubereitung ist klasse. Die Haut kross und das Fleisch zart, die Bratensoße rundet das Geschmackserlebnis ab. Die Portion ist für 18 Euro jedoch viel zu klein. Etwas reichhaltiger ist der knusprige Schweinebauch (9,50 Euro). Die Steckrübe als Beilage passt perfekt.

Auf Empfehlung des aufmerksamen Kellners wird noch Limettencreme mit Blaubeermousse geordert. Das Dessert ist etwas fad, der einzige kulinarische Minuspunkt an diesem Tag.

Fazit: Leckeres Essen. Angenehmer Service, lockere Atmosphäre. Aber die Portionen sind zu klein für die Preise.