Hamburg

Überschwemmungsgebiete werden deutlich kleiner

Einige Grundstücksbesitzer können nun aufatmen. Sie müssen in Zukunft mit deutlich weniger Beschränkungen rechnen.

Hamburg. Einige Grundstücksbesitzer können aufatmen: Denn Hamburgs neue Überschwemmungsgebiete fallen deutlich kleiner aus als erwartet. Nach der nun abgeschlossenen Neuberechnung kommt die Umweltbehörde nur noch auf 1827 betroffene Grundstücke statt 2178, gut 17 Prozent weniger als bei der Anfangsannahme. Das heißt: Die betroffenen Grundstückseigner müssen mit weniger Beschränkungen rechnen, weil keine zusätzlichen "wasserrechtlichen" Genehmigungen nötig werden.

Nachdem das geplante Überschwemmungsgebiet Lottbek nach den neuen Berechnungen sogar ganz aus dem Raster fiel, betrifft die letzte deutliche Verkleinerung nun das Überschwemmungsgebiet, das an der Tarpenbek vorgesehen ist. Demnach hat sich die dortige Fläche unter der Annahme eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses um 40 Prozent verkleinert. Zu dieser rapiden Abnahme kam es, weil die Behörde bei der zweiten Messung eine technisch anspruchsvollere und zweidimensionale Methode gewählt hatte.

Grundstücksbesitzer befürchten Wertverlust

Aufatmen können die Grundstücksbesitzer, die nun aus dem Überschwemmungsgebiet gefallen sind. Viele hatten Wertverluste ihrer Immobilien befürchtet. 400 Stellungnahmen gab es in ganz Hamburg. Nun nicht mehr betroffene Grundstücke können ohne weitere Einschränkungen genutzt werden. Für betroffenen Grundstücke habe die Umweltbehörde mit den Bezirksämtern eine einheitliche Genehmigungspraxis abgestimmt. Ein Leitfaden soll die geäußerten Hinweise und Sorgen aufgreifen und kann unter http://www.hamburg.de/ueberschwemmungsgebiete/ abgerufen werden.

Der Leitfaden enthält konkrete Hinweise zu Möglichkeiten für Ausnahmen. Ersatzbauten sind auf gleicher Grundfläche zulässig. Wenn also bebaubare und aktuell unbebaute Grundstücksflächen im ÜSG liegen, kann unter Auflagen dennoch gebaut werden.

Vom 9. Januar an werden die aktualisierten Karten des vorläufig gesicherten ÜSG Tarpenbek im Bezirksamt Hamburg-Nord, im Bezirksamt Eimsbüttel und in der Behörde für Umwelt und Energie ausgelegt. Mit der Tarpenbek ist auch die Nachberechnungen für alle insgesamt elf Überschwemmungsgebiete abgeschlossen. Im Schnitt verkleinerten sich die Gebiete um 15 Prozent.

Nun werden die zehn derzeit vorläufig gesicherten ÜSG durch den Senat per Rechtsverordnung festgesetzt. Dieses zeitlich aufwendige Verfahren soll nach der Sommerpause im kommenden Jahr abgeschlossen sein.